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Interview mit intentions fundraising

Intentions fundraising begreift die Finanzierung gemeinnütziger Organisationen nicht als Business, sondern als gesellschaftliche Aufgabe.


Hallo, wie geht es euch, stellt euch bitte kurz vor.

Ausgezeichnet. Danke der Nachfrage. Wir heißen Tave Hoof und Rafael Frenk und sind zwei ambitionierte Unternehmer in den Zwanzigern. Mit intentions fundraising stehen wir für ein ethisches Geschäftsmodell, mit welchem wir auf sozialer und ökologischer Ebene zum positiven Wandel der Gesellschaft beitragen möchten.

Unter intentions fundraising kann sich sicherlich noch nicht jeder etwas vorstellen, möglichst kurz zusammengefasst, was macht ihr und welche Dienstleistung bietet Ihr an?

Intentions fundraising ist eine Kommunikationsagentur, die sich darauf spezialisiert, Fördergelder für gemeinnützige Organisationen zu akquirieren. Dies leisten wir durch Infostandwerbung in belebten Innenstadtgebieten und Fußgängerzonen, Einkaufszentren sowie auf Messen, Events und Kulturveranstaltungen. Dabei zeichnet uns aus, dass wir die erste gemeinnützige Agentur im “face-to-face“-Fundraising sind.

Der Aspekt der Gemeinnützigkeit klingt interessant. Inwiefern äußert sich eure Gemeinnützigkeit?

Zunächst einmal zeichnet uns aus, dass wir unseren gemeinnützigen Partnern unsere gesamten frei verwendbaren Überschüsse spenden. Überdies garantieren wir unseren Auftraggebern, dass sie durch eine Zusammenarbeit mit uns unter keinen Umständen finanzielle Verluste erleiden. Auch dies ist ein im “face-to-face“-Fundraising einzigartiger Vorgang. Für nähere Informationen verweisen wir an dieser Stelle gerne auch auf unsere Homepage www.intentions.de .

Foto Tave Hoof und Rafael Frenk

Wie und wann seid ihr zum Unternehmertum gekommen und welche Beweggründe hattet Ihr?

Rafael: Nun, ich bin ein freigeistiger Charakter und hatte schon seit langem die Vision, eine eigene Idee umzusetzen und davon leben zu können. Durch meine kaufmännische Ausbildung bei Siemens in Madrid, mein anschließendes BWL-Studium an der Humboldt Universität zu Berlin sowie durch meine berufliche Erfahrung aus einer großen Kommunikationsagentur habe ich mir das nötige Know-how angeeignet, um diese Vision zu realisieren. Unsere ausschlaggebende Motivation für die Gründung von intentions fundraising – da spreche ich für Tave mit – bestand in den in ethischer Hinsicht untragbaren Zuständen, die sich in den etablierten Agenturen vorfinden. Wir konnten es nicht mit unseren Gewissen vereinbaren, inwieweit die eigentlichen Förderzwecke zum Nutzen gemeinnütziger Organisationen zugunsten des Profits instrumentalisiert werden.

Tave: Dem kann ich nur beipflichten. In der Tat ist es so, dass Geld für mich eine vollkommen untergeordnete Rolle spielt und ich definitiv um einiges weniger verdienen werde als zuvor. Und dies, obwohl die Position eines Geschäftsführers ja nochmal eine ganz andere ist als die eines Städteleiters, als welcher ich zuvor tätig war. Solange das Geld aber zum Leben und hin und wieder reisen reicht bin ich total zufrieden. Ein mir persönlich sehr viel wichtigerer Aspekt ist indes die unternehmerische Freiheit, denn genau wie Rafael bin ich ein absoluter Freigeist und Visionär. Mir kommen täglich so viele Einfälle und Innovationen, die es umzusetzen gilt und das geht eben nur auf selbständiger Basis.

Um aber nochmal expliziter auf Eure eigentliche Frage einzugehen: eine unternehmerische Einstellung habe ich bereits in jungen Jahren entwickelt, denn in meiner Familie ist es der Regelfall, selbständig zu sein. Beide meiner Eltern sind überaus erfolgreiche Unternehmer, was mich natürlich in einer Weise geprägt hat, es ihnen nachtun zu wollen und selbst etwas aufbauen zu wollen. Da ich jedoch nicht nur unternehmerisch denke, sondern darüber hinaus nicht minder sozial und ökologisch eingestellt bin und mich die Probleme unserer Welt wirklich schon im Kindesalter beschäftigt haben, denke ich, dass ich mit intentions fundraising einen Weg einschlage, der wie für mich bestimmt ist.
Durch meine Erfahrungen als Städteleiter der von Rafael erwähnten Kommunikationsagentur habe ich außerdem tiefgreifende Branchenkenntnisse erlangt, welche von entscheidender Bedeutung für die Realisierung der Idee intentions fundraising sind.

Foto Rafael Frenk

Was würdet ihr als Vorteil und was als Nachteil eures Alters nennen?

Unser Alter macht es uns nicht immer einfach, ernst genommen zu werden. Dieser Tatsache begegnen wir jedoch souverän und verstehen sie als Herausforderung, uns durch Kompetenz und Scharfsinn durchzusetzen. Viele Leute – vor allem ältere – können natürlich auch nicht verstehen, wie wir so selbstlos sein können und uns mit einem bescheidenen Grundgehalt begnügen anstatt auf mögliche große Gewinne aus zu sein. Aber vielleicht besteht der Vorteil gerade darin, dass wir bescheidener sind, als wir dies vielleicht wären, wenn wir uns bereits in jungen Jahren auf einer hohen Stufe der “Karriereleiter“ befänden und uns somit möglicherweise vom System hätten einnehmen lassen.
Natürlich gibt es auch diejenigen Leute, die es toll finden, dass wir bereits in jungen Jahren ein Unternehmen gründen. Zumal wir mit intentions fundraising ja wirklich großen sozialen bzw. humanitären sowie ökologischen Mehrwert schaffen. An allererster Stelle sei hier unser Partner Michael Szopieray von der Werbeagentur btw-Marketing genannt. Außerdem haben uns auch einige andere Leute und Behörden unterstützt, insbesondere durch das zur Verfügung stellen geistigen Eigentums oder die Abtretung bzw. Vergabe immaterieller Vermögensgegenstände.

Welche Tipps würdet ihr aus euren ganz persönlichen Erfahrungen jungen Gründern mit auf den Weg geben wollen?

Wir haben insbesondere die Erfahrung gemacht, dass es neben einigen sehr freundlichen und kooperativen Beamten bzw. Verwaltungsangestellten leider auch total willkürlich handelnde Personen auf Behörden gibt, diverse Behörden sich gegenseitig gerne widersprechen und man sich bei einigen Behörden auf einen langen Atem einstellen muss. Bei anderen geht es hingegen erfreulicherweise weitaus schneller und unkomplizierter als gedacht.

Aufgrund negativer Erfahrungen mit diversen Notaren raten wir außerdem, mit diesen äußerst vorsichtig und bedacht zu verfahren. Man sollte sich auf keinen Fall auf deren Sorgfalt, Kompetenz und Seriosität bzw. Ehrlichkeit verlassen. Damit die Leser sich etwas darunter vorstellen können, hier eine kleine Anekdote: es ist so, dass mehrere von uns konsultierte Notare versucht haben, schnelles Geld mit uns zu machen, ohne tatsächlich auf unsere Bedürfnisse einzugehen. All diesen Amtsträgern haben wir einem nach dem anderen wieder das Mandat entzogen. Letztlich haben wir unseren Gesellschaftsvertrag zur Gänze selbständig ausgearbeitet und mussten selbst den zuletzt von uns mandatierten Notar in einigen Punkten eines Besseren belehren oder ihm bzw. seinem Sekretariat beibringen, dass vermeintlich von uns begangene Fehler eben doch keine Fehler sind, sondern einzig auf der mangelnden Kompetenz des Notariats gründen.
Zudem können wir es nicht nachvollziehen, weshalb selbst kleinste Abweichungen vom Musterprotokoll (standardisierter Gesellschaftsvertrag) ein Vielfaches der Kosten einer standardisierten UG-Gründung verursachen. Um solch unglückliche Prozesse zu vermeiden und somit Gründungen zu erleichtern besteht hier unserer Ansicht nach auf jeden Fall nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers.

Gerade aufgrund der vielen negativen sowie kostspieligen Erfahrungen können wir an andere junge Gründer aber nur appellieren, sich unter keinen Umständen aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern gegen alle Widerstände konsequent an der Durchsetzung ihrer Idee festzuhalten und sich nötigenfalls entschieden zur Wehr zu setzen.

Foto Tave Hoof

Und euer Bestreben mehr soziale und ökologische Kompetenzen in die Wirtschaft zu bringen, wie setzt ihr das konkret um?

Wir verfolgen mit intentions fundraising keine eigenwirtschaftlichen Ziele. Vielmehr liegt unser Bestreben darin, humanitäre, soziale und ökologische Zwecke zu fördern.

Uns schwebt eine Ausrichtung der Wirtschaft vor, welche wieder Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt. Um dieses Ziel eines Tages verwirklicht zu sehen, gehen wir natürlich mit bestem Beispiel voran, indem wir unter anderem selber möglichst ökologisch wirtschaften. Dies äußert sich z.B. darin, dass wir auf grünen Strom setzen, unsere Post mit dem GoGreen-Service der Deutschen Post Co2-neutral versenden oder auch unsere Druckerzeugnisse umweltfreundlich und klimaneutral drucken lassen.

Überdies legen wir großen Wert auf die individuellen Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden. Wir schätzen alle unsere Mitarbeitenden und praktizieren eine offene und soziale Unternehmenskultur, in der alle Unternehmensangehörigen sich einbringen und Verbesserungsvorschläge machen können. Selbstverständlich können auch mögliche Defizite offen angesprochen und konstruktiv kritisiert werden. Unserer festen Auffassung nach ist dies sowohl für jeden motivierten Mitarbeitenden als auch für das Unternehmen von Vorteil, denn nur so kann ein Unternehmen sich kontinuierlich weiterentwickeln. Eine Diskussion muss stets sachlich und sensibel geführt werden. Als Chef empfiehlt es sich zudem, nicht arrogant und unzugänglich zu sein, sondern dem Anliegen oder der Kritik eines Mitarbeitenden mit Offenheit und Empathie zu begegnen.

Außerdem denken wir, dass Kreativität und Leistungsfähigkeit eng mit der Stimmung in einem Unternehmen verknüpft sind. Daher achten wir auf eine positive Arbeitsatmosphäre und möchten erreichen, dass unsere Mitarbeitenden intentions fundraising nicht bloß als Arbeitgeber sehen, sondern nach Feierabend gerne noch ein wenig mit ihren Kollegen beisammen sitzen. Das Unternehmen sollte auch im Alltag nicht nur Arbeit sein, sondern auch Spaß vermitteln. Nichtsdestotrotz können und werden wir bei aller Harmonie den Blick auf die Zahlen natürlich nicht vernachlässigen.

Was ist damit euer langfristiges Ziel?

Unser langfristiges Ziel besteht insbesondere darin, das Fundraising hierzulande zugunsten von gemeinnützigen Organisationen zu verändern. Zum Einen möchten wir dies natürlich erreichen, indem wir selbst stetig wachsen. Wenn wir wachsen, wächst aber natürlich auch der Konkurrenzdruck auf andere im Sozialmarketing tätige Kommunikationsagenturen. Damit verbinden wir die Hoffnung, dass diese aufgrund der Wettbewerbssituation früher oder später gezwungen sein werden, uns den Schritt in die Gemeinnützigkeit nachzutun sofern sie sich nicht schon vorher von uns inspirieren lassen und ihre Prinzipien überdenken.

Dann bedanken wir uns bis hierher erst einmal für eure Zeit. Möchtet Ihr unseren Lesern noch etwas auf den Weg mitgeben?

Sehr gerne. Wir danken Euch für Euer Interesse an uns und unserer Sache. Um es mit Mahatma Gandhi zu halten: “Be the change you want to see in the world!“ :)

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