Erfahre hier, was Crowdfunding genau ist und wie du dein Vorhaben erfolgreich finanzierst oder erfolgreich investierst.
Inhalt
Was ist Crowdfunding?
Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform, die vorwiegend von Startups, aber auch anderen Unternehmen, Künstlern und Privatpersonen genutzt wird.
Im Mittelpunkt der Finanzierung oder des „Fundings“ steht die sogenannte Crowd – also eine möglichst große Gruppe von Menschen, die ein Projekt finanziell unterstützt. Darum wird das Crowdfunding im Deutschen gelegentlich auch Schwarmfinanzierung genannt.
Crowdfunding unterscheidet sich primär in diesen Punkten von klassischen Finanzierungsformen:
- viele verschiedene Geldgeber und nicht ein einzelner
- Geldgeber haben keinen oder nur wenig Einfluss auf die Geschäftsabläufe
- Koordinierung und Durchführung über spezielle Crowdfunding-Plattformen
- ausschließlich digital
- große öffentliche Aufmerksamkeit durch verschiedene Marketingmaßnahmen
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Wie genau das Konzept dahinter aussieht, veranschaulicht folgendes Video sehr gut:
Wie genau funktioniert Crowdfunding?
Es gibt verschiedene Arten von Crowdfunding, die alle etwas unterschiedlich ablaufen. Mehr dazu weiter unten im Beitrag.
Da das sogenannte reward-based Crowdfunding am beliebtesten ist, soll es an dieser Stelle detaillierter vorgestellt werden.
Schritt 1: Lege fest, wie viel Geld du wofür benötigst
Natürlich ist es theoretisch möglich, einfach eine Summe X festzulegen und sich hinterher zu überlegen, wofür diese eingesetzt werden soll. Erfolgreiches Crowdfunding funktioniert allerdings anders.
Um von Anfang an das Vertrauen der Crowd zu genießen, solltest du dir im Klaren darüber sein, wie viel Geld du benötigst, um ein konkretes Projekt umzusetzen.
Hierbei muss es sich nicht zwangsläufig um eine Unternehmensgründung handeln. Crowdfunding kann auch eingesetzt werden, um ein neues Produkt zu entwickeln oder ein bestehendes zu optimieren. Andere Unternehmen nutzen die Schwarmfinanzierung beispielsweise, um neue Maschinen für die Produktion zu kaufen.
Kurzum: Die Möglichkeiten sind groß, doch solltest du trotzdem genau wissen, was du willst.
Schritt 2: Wähle eine Crowdfunding-Plattform aus
Mit den verschiedenen Plattformen wollen wir uns weiter unten im Beitrag noch genauer auseinandersetzen. Nur so viel schon vorweg:
Nicht jede Plattform ist für jedes Projekt geeignet. Außerdem kommt jeder Anbieter mit Vor- und Nachteilen daher, die sicherlich großen Einfluss auf deine Entscheidung haben werden.
Vergleiche also sorgfältig und lasse dir bei der Wahl einer Crowdfunding-Plattform Zeit.
Schritt 3: Lege dein Projekt an
Hast du dich für eine Crowdfunding-Plattform entschieden, kann es ans Eingemachte gehen.
Lege im nächsten Schritt dein Projekt an und „füttere“ es mit möglichst vielen Informationen.
Hierzu gehören nicht nur Texte und Bilder. In den vergangenen Jahren hat sich der Trend durchgesetzt, passend zur Crowdfunding-Kampagne ein Video zu drehen, in dem die Crowdfunder zu Wort kommen und ihr Vorhaben erklären.
Schritt 4: Überlege dir Gegenleistungen
Beim reward-based Crowdfunding erhalten Spender eine Gegenleistung für ihr Geld – etwa einen Gutschein, eine Dienstleistung oder ein konkretes Produkt.
Der Wert der Gegenleistung ist abhängig von der Höhe der gespendeten Summe. Je mehr der Unterstützer gibt, desto mehr erhält er auch zurück.
Denke hierbei an den Spruch „Kleinvieh macht auch Mist“ und überlege dir Dankeschöns, die die Crowd schon für wenig Geld erwerben kann. Hierdurch steigt die Bereitschaft, sich aktiv am Funding zu beteiligen.
Schritt 5: Starte die Crowdfunding-Kampagne
Wenn das Projekt und alle Gegenleistungen vollständig auf der Plattform eingepflegt wurden, kann das Crowdfunding offiziell beginnen.
Die Geldgeber suchen sich ein Dankeschön aus und lassen die entsprechende Geldsumme über die Plattform in den Spendentopf wandern.
Schritt 6: Bewirb deine Crowdfunding-Kampagne
Dieser Schritt wird immer wieder maßlos unterschätzt. Um es mit aller Deutlichkeit zu sagen: Eine Crowdfunding-Kampagne ist kein Selbstläufer.
Wenn du möchtest, dass Leute dein Projekt finanzieren, dann musst du sie immer und immer wieder zum Spenden motivieren – und das am besten auf möglichst vielen Kanälen.
Zum Thema „Marketing für Crowdfunding-Kampagnen“ werden wir in einem separaten Absatz noch mehr erzählen.
Schritt 7: Schließe die Kampagne erfolgreich ab
Crowdfunding funktioniert nach dem „Alles oder nichts“-Prinzip.
Das bedeutet: Du erhältst die Spenden der Crowd nur, wenn das zuvor festgelegte Fundingziel erreicht wurde.
Ist dem nicht so, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück, erhalten dafür aber auch nicht die ausgesuchte Gegenleistung.
An dieser Stelle wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, im Schritt 1 des Crowdfunding-Prozesses wirklich realistisch festzulegen, wie viel Geld du benötigst.
Immer wieder kann beobachtet werden, dass Crowdfunder über die Stränge schlagen und das Fundingziel zu hoch ansetzen. Gehen sie dann am Ende leer aus, ist die Enttäuschung natürlich riesig.
Vorteile und Nachteile von Crowdfunding
Auch wenn Crowdfunding gerade beliebt wie nie ist, muss an dieser Stelle betont werden: Diese Form der Finanzierung kommt sowohl mit Vorteilen als auch Nachteilen daher.
Um welche es sich dabei konkret handelt, erfährst du hier:
Vorteile
- Startup-freundliche Finanzierungsform
- für alle Rechtsformen geeignet – auch für die mit schlechteren Kreditaussichten
- positiver Marketing Effekt
- Entstehen einer engen Bindung zwischen Crowd und Unternehmen
- flexibel und individualisierbar
- Kleinst-Investitionen möglich
- hohe Attraktivität für private Investoren (wegen kleiner Investitionskosten und hoher Renditechancen bzw. Gegenleistungen)
- Transparenz
- direktes Feedback der Crowd, ob das Projekt ankommt oder nicht
Nachteile
- Alles-oder-nichts-Prinzip
- Abhängigkeit von Plattformen
- hoher administrativer und zeitlicher Aufwand
- nicht wenige Kampagnen scheitern
- extrem große Auswahl an Projekten für Investoren
- gutes Marketing für die Kampagne kostet Geld
Weitere Infos zu den Vor- und Nachteilen bietet auch folgendes Video der Kanzlei WBS:
Welche Arten von Crowdfunding gibt es?
Der Oberbegriff Crowdfunding bezeichnet das Sammeln von Geldbeträgen, die von unterschiedlichen Geldgebern zur Verfügung gestellt werden.
Im Laufe der letzten Jahre haben sich allerdings viele verschiedene Arten dieser Finanzierungsform entwickeln, die sich teilweise nur in wenigen, dafür aber entscheidenden Punkten voneinander unterscheiden.
Reward-based Crowdfunding
Jeder Geldgeber erhält für seine Spende eine Gegenleistung beziehungsweise Belohnung – zum Beispiel in Form eines Produktes oder einer Dienstleistung. Diese Form ist aktuell am beliebtesten und daher auch am weitesten verbreitet.
Equity-based Crowdfunding
Bei dieser Form kaufen Investoren mit ihrem Geld Firmenanteile und haben somit ein (kleines) Mitspracherecht. In unserem ausführlichen Beitrag zum Crowdinvesting erhältst du weitere Informationen.
Donation-based Crowdfunding
Diese Art des Crowdfundings funktioniert wie das reward-based Crowdfunding. Einziger (und entscheidender) Unterschied: Die Crowd erhält für ihre Spende keine Gegenleistung.
Lending-based Crowdfunding
Das sogenannte Crowdlending ist eine spezielle Form von Darlehen. Die Crowd gewährt viele kleine Kredite, die sie zu zuvor festgelegten Konditionen (Laufzeit, Zinsen) zurück gezahlt bekommen.
Marketingtipps für deine Crowdfunding-Kampagne
Die meisten Crowdfunding-Kampagnen scheitern, weil
- entweder das Projekt nicht spannend/ relevant/ „en vogue“ ist
- die Idee nicht aussagekräftig präsentiert wird
- oder sie nicht genug beworben wurde
Während man ersteres in der Regel einfach hinnehmen muss, kannst du an den anderen Aspekten arbeiten.
Präsentiere deine Idee ausführlich und nutze hierfür unterschiedliche Medien und Darstellungsformen. Erkläre deinen potenziellen Unterstützern, wofür du das Kapital benötigst und warum sie dich finanzieren sollen.
Hast du dies geschafft, musst du dich um das Marketing kümmern, denn darauf hast du als Gründer einen direkten Einfluss.
Tipp 1: Zeitliche Begrenzung
Eine laufende Kampagne frisst viel Zeit und Energie. Damit du am Ende nicht völlig ausgebrannt (und auch noch knapp bei Kasse) bist, ist es sinnvoll, die Aktion zeitlich zu begrenzen.
Dann kannst du auch deine Marketing-Maßnahmen entsprechend bündeln und im Vorfeld besser planen. Eine kurzfristige Strategie ist in der Regel besser umzusetzen als eine langfristige.
Tipp 2: Social Media
Crowdfunding ohne Social-Media-Support? Oft nur schwer möglich.
Damit deine Kampagne ein Erfolg wird, musst du unbedingt auf deine Communitys auf Facebook, Instagram und Co. setzen.
Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass es da draußen genug fremde Menschen gibt, die dein Projekt unterstützen, ohne jeglichen Bezug dazu zu haben.
Tipp 3: Offline-Aktionen
Es ist unumstritten wichtig, online aktiv und präsent zu sein, um immer wieder auf deine Kampagne aufmerksam zu machen.
Doch solltest du auch nicht den Einfluss von analogen Aktionen außer Acht lassen. Gerade wenn sich dein Projekt um soziale Aspekte dreht, ist der Face-to-Face-Kontakt zu deinen Unterstützern notwendig.
Komm‘ also am besten sofort raus aus deiner Komfortzone und plane ein paar unvergessliche Offline-Aktionen.
Tipp 4: Andere Kampagnen unterstützen
Wer Crowdfunding nur von der theoretischen Seite kennt und noch keinerlei praktische Erfahrungen damit gemacht hat, schubst sich selbst ins kalte Wasser.
Unterstütze andere Kampagnen, um ein Gefühl für das Ganze zu bekommen, verschiedene Plattformen kennenzulernen und positiv im Gedächtnis anderer Gründer zu bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dich später ebenfalls supporten, wächst mit jeder Spende.
Ebenso kannst du dadurch mit anderen Projektinitiatoren ins Gespräch kommen und von ihnen lernen.
Tipp 5: Als Person sichtbar werden
Ja, es soll sie geben; jene Mitglieder einer Crowd, die ein Projekt unterstützen. Aber viel lieber unterstützen die meisten nicht bloß die Entwicklung eines Produktes oder die Gründung eines Unternehmens, sondern die Menschen, die dahinterstehen.
Für dich bedeutet das konkret: Werde sichtbar und zum Gesicht deiner Crowdfunding-Kampagne. Der Effekt, der daraus resultiert, ist nicht zu ignorieren.
Fazit
Nicht nur in der Startup-Szene, doch gerade hier hat sich Crowdfunding in den vergangenen Jahren als attraktive und wichtige Finanzierungsmöglichkeit etabliert.
Das Prinzip, nicht nur einen Investor um Geld zu bitten, sondern eine Vielzahl von Menschen, eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten, geht aber auch mit ein paar Risiken einher. Du solltest Crowdfunding daher immer kritisch betrachten und nicht als das Nonplusultra.
Eine garantierte Aussicht auf Erfolg gibt es schlichtweg nicht. Doch gerade dann, wenn Banken und andere Geldgeber sich verweigern, dein Projekt aber durchaus Potenzial hat und auf große Resonanz aus der „breiten Masse“ stößt, kann Crowdfunding deine Eintrittskarte zum nächsten „Unternehmer-Level“ sein.
