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So gründest du 2024 eine gGmbH (Gründung, Haftung, Steuern)

Jessika Fichtel Expertin für Entrepreneurship und Karriere

Aktualisiert am

Die Gründung einer gGmbH unterscheidet sich nur geringfügig von dem Prozess der Gründung einer GmbH.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Geschäftsidee formulieren
  2. Gesellschaftsvertrag aufsetzen
  3. Gesellschaftsvertrag vom Notar beurkunden lassen
  4. Stammeinlage auf das Geschäftskonto einzahlen
  5. Eintragung ins Handelsregister
  6. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
  7. Gewerbe anmelden
  8. Anmeldung bei der IHK bzw. HWK

Nachfolgend stellen wir die einzelnen Schritte im Detail vor:

1. Geschäftsidee formulieren

Bevor du ein Unternehmen gründest, solltest du dir natürlich im Klaren darüber sein, was genau du damit erreichen willst.

Im Falle der gGmbH ist es besonders wichtig, die Geschäftsidee so präzise wie möglich zu definieren – immerhin muss sie den Ansprüchen der Gemeinnützigkeit gerecht werden.

2. Gesellschaftsvertrag aufsetzen

Der Gesellschaftsvertrag oder auch die Satzung ist das Kernstück deiner gemeinnützigen GmbH. Hierin werden nicht nur der gemeinnützige Zweck und seine Umsetzung definiert, sondern auch Anzahl und Namen der Gesellschafter, Höhe des jeweiligen Stammkapitals, Geschäftsadresse und vieles mehr.

Das Aufsetzen des Gesellschaftsvertrags ist eine komplexe Angelegenheit, die du im Zweifelsfall immer in die Hände eines Profis geben solltest. Gerade im Fall der gGmbH ist es wichtig, dass der gemeinnützige Aspekt deutlich hervortritt und vom Finanzamt anerkannt wird.

3. Gesellschaftsvertrag vom Notar beurkunden lassen

Der Gesellschaftsvertrag ist nur dann offiziell gültig, wenn er von einem Notar beurkundet wurde.

Zu diesem Termin müssen alle Gesellschafter der gGmbH anwesend sein und ihre Unterschrift leisten.

4. Stammeinlage auf das Geschäftskonto einzahlen

Um eine gGmbH zu gründen, müssen du und die anderen Gesellschafter ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro oder mehr vorweisen können. Dieses muss zum Zeitpunkt der Gründung mindestens zur Hälfte (12.500 Euro) auf euer Geschäftskonto gezahlt werden. Die übrige Summe sollte danach zeitnah ergänzt werden.

Gut zu wissen: Eine gemeinnützige GmbH kann auch eine sogenannte Sachgründung durchführen. Das ist vorwiegend dann sinnvoll, wenn ihr schon Geld in Maschinen, Fahrzeuge, Immobilien oder andere Dinge investiert habt. Im sogenannten Sachgründungsbericht muss ganz genau aufgeschlüsselt werden, welchen Wert und welches Alter jede einzelne Einlage aufweist.

Wer eine Sachgründung anstrebt, muss mit höheren Notarkosten rechnen.

5. Eintragung ins Handelsregister

Um die gGmbH im Handelsregister (Abteilung B) eintragen zu lassen, musst du erneut euren Notar aufsuchen. Dieser benötigt unbedingt einen Nachweis dafür, dass ihr das Stammkapital auf euer Geschäftskonto eingezahlt habt (oder alternativ eine Sachgründung durchführt).

Der Notar übermittelt anschließend alle wichtigen Informationen und Unterlagen an das zuständige Amtsgericht. Wenn die Eintragung erfolgt ist, wirst du per Post darüber informiert.

6. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung muss zwingend über das Portal Elster.de in elektronischer Form abgegeben werden. Dieses mehrseitige Dokument dient in erster Linie der Vergabe einer Steuernummer beziehungsweise einer Umsatzsteuer-ID.

Beim Ausfüllen des Fragebogens kannst du dir insbesondere Hilfe von deinem Steuerberater holen.

7. Gewerbe anmelden

Nun ist die endgültige Gründung zum Greifen nah. Um dein Geschäft offiziell aufzunehmen, musst du es noch beim örtlichen Gewerbeamt anmelden.

Im sogenannten Gewerbeschein gibst du u. a. die Rechtsform, die Geschäftsadresse, den Gegenstand des Unternehmens sowie Ort und Nummer des Handelsregisters an.

Praxis-Tipp: In immer mehr Städten und Gemeinden kann die Gewerbeanmeldung auch online erfolgen. Informiere dich darüber am besten individuell.

8. Anmeldung bei der IHK bzw. HWK

Der Anmeldebogen der IHK oder HWK wird dich in der Regel automatisch erreichen, wenn du dein Gewerbe angemeldet hast. Die jeweilige Mitgliedschaft ist Pflicht – auch wenn du gemeinnützig tätig bist.

Wie hoch die Beiträge ausfallen, hängt maßgeblich vom Gewinn ab, den du jährlich erwirtschaftest.

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Häufig gestellte Fragen

Die gGmbH ist eine spannende Unternehmensform, die natürlich viele Fragen aufwirft.

Wir haben die am häufigsten gestellten nachfolgend beantwortet.

Wann ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH sinnvoll?

Die Gründung einer gGmbH ist dann sinnvoll, wenn du mit deiner Idee einen gemeinnützigen Zweck verfolgst und gleichzeitig wirtschaftlich tätig sein willst.

Vor allem für sogenannte Social Entrepreneure, aber auch für Non-Profit-Organisationen, (ehemalige) Vereine und Stiftungen, die wirtschaftsorientierter agieren wollen, kommt diese Rechtsform infrage.

Die Frage „Wer kann eine gGmbH gründen?“ kann natürlich nicht pauschal allumfassend beantwortet werden. Um dir dennoch eine grobe Orientierung zu geben, folgen hier ein paar „typische Einsatzgebiete“ für die gGmbH:

  • Förderung von Bildung: etwa Privatschulen, Kitas, Museen, etc.
  • Förderung von Wissenschaft und Forschung
  • Natur- und Tierschutz
  • Kunst und Kultur
  • Sport
  • Jugend-, Alters- und Behindertenhilfe
  • Gesundheitswesen
  • Denkmalschutz

Grundsätzlich kommen alle Geschäftsideen infrage, die unter den Sammelbegriff soziales Unternehmertum fallen. Dieses ist gerade einer der aktuellsten Trends in der Gründerszene und erfreut sich größter Beliebtheit.

Warum sollte man eine gGmbH gründen?

Die gemeinnützige GmbH bringt etliche Vorteile, aber auch ein paar Nachteile mit sich. Die spannende Frage lautet daher für viele Gründer: Warum sollte ich mich für diese Rechtsform entscheiden?

Der entscheidende Aspekt ist in den meisten Fällen die enorme steuerliche Entlastung. Wenn Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie der Solidaritätszuschlag wegfallen, kannst du dich auf eine sehr viel entspanntere Finanzlage einstellen.

Ein weiterer Punkt ist für viele Gründer tatsächlich der Status der Gemeinnützigkeit. Wenn du ein Social Entrepreneur bist, wird dir sicherlich daran gelegen sein, das auch eindeutig nach außen zu kommunizieren. Eine gGmbH wird dir dabei behilflich sein.

Zusammenfassung

Wenn du dich im Bereich soziales Unternehmertum selbstständig machen möchtest und mit deiner Geschäftsidee einen gemeinnützigen Zweck verfolgst, dann ist die gGmbH eine spannende Option für dich.

Diese Rechtsform bringt einige attraktive Vorteile mit sich, die es locker mit den Nachteilen aufnehmen können.

Falls du vor dem Stammkapital in Höhe von 25.000 € zurückschreckst, kannst du auch über die Alternative gemeinnützige UG nachdenken. Diese kann schon ab einem Mindeststammkapital von einem Euro gegründet werden.

Autor

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel hat sich im Laufe ihrer bisherigen Karriere als Freelance-Autorin auf die Themenschwerpunkte Karriere und Entrepreneurship spezialisiert. Sie gehört seit 2017 zum Team von Junge Gründer. Jessikas besonderes Interesse gilt kreativen Startups, die sich vom „Mainstream“ abheben und sich trauen, anders zu sein. In ihren Artikeln lässt die freiberufliche Texterin gern eigene Erfahrungen einfließen.