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So gründest du 2024 ein Einzel­unternehmen

Jessika Fichtel Expertin für Entrepreneurship und Karriere

Aktualisiert am

Die Gründung von einem Einzelunternehmen ist überraschend einfach. Das liegt in erster Linie daran, dass du alleiniger Inhaber sein wirst und beispielsweise kein Gesellschaftsvertrag aufgesetzt und notariell beglaubigt werden muss.

Dennoch ist die Gründung natürlich nicht von jetzt auf gleich erledigt, sondern unterteilt sich in mehrere Schritte. Dabei handelt es sich um die folgenden:

  1. Eröffnung eines Geschäftskontos
  2. Eventuell Genehmigungen einholen
  3. Gewerbe anmelden
  4. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen
  5. Eintragung ins Handelsregister

Nachfolgend findest du die einzelnen Schritte noch einmal im Detail.

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Schritt 1: Eröffnung eines Geschäftskontos

Grundsätzlich schreibt dir natürlich niemand vor, zu welchem Zeitpunkt du ein Geschäftskonto eröffnen solltest.

In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder: je eher, desto besser. Denn sobald du Kontakt zu diversen Ämtern wie Finanz- und Gewerbeamt hast, musst du in der Regel deine Kontodaten angeben.

Auch später, wenn du deine ersten Rechnungen schreibst, ist es natürlich von Vorteil, wenn du deine Kunden wissen lässt, auf welches Konto sie den Betrag überweisen sollen.

Schritt 2: Eventuell Genehmigungen einholen

Es gibt gewisse Tätigkeiten, die nach bestimmten Genehmigungen verlangen.

Wenn du dich beispielsweise als Handwerker selbstständig machen möchtest, musst du entweder einen Meisterbrief vorlegen oder Gebrauch von diversen Sonderregelungen machen.

Informiere dich daher unbedingt im Vorfeld, welche Erlaubnisse du benötigst und wie du deine Fähigkeiten nachweisen kannst.

Schritt 3: Gewerbe anmelden

Wenn deine Tätigkeit nicht als Freiberuflichkeit gilt, dann musst du ein Gewerbe anmelden, um als Einzelunternehmer zu agieren.

In immer mehr Städten ist dieser Schritt online möglich, sodass du dein Business gewissermaßen bequem von zu Hause aus gründen kannst.

Für die Anmeldung eines Gewerbes musst du den sogenannten Gewerbeschein ausfüllen und hier unter anderem deine Rechtsform, persönliche Daten, Inhalt deiner Unternehmung und deine Kontodaten angeben.

Wichtig zu wissen: Für diesen Schritt wird eine Gebühr fällig, die von Gewerbeamt zu Gewerbeamt schwankt. Meist sind jedoch Kosten zwischen 30 und 50 € üblich – du musst also keine Angst davor haben.

Schritt 3.1: Freiberuflichkeit anmelden

Wenn du zu den Freiberuflern gehörst, also beispielsweise als selbstständiger Journalist, Künstler, Heilpraktiker oder Anwalt arbeiten möchtest, musst du kein Gewerbe anmelden. Gleiches gilt für Land- und Forstwirte.

In diesem Fall schickst du stattdessen ein formloses Schreiben an dein Finanzamt, in dem du kurz deine Absichten erklärst und um die Vergabe einer Steuernummer bittest.

Die Anmeldung einer Freiberuflichkeit ist kostenlos.

Schritt 4: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

Egal, ob Gewerbetreibender oder Freiberufler – um offiziell als Einzelunternehmer aktiv werden zu können, musst du den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, den dir dein Finanzamt zuschicken wird.

Unser Tipp: Wenn du hierbei Probleme hast – nicht immer ist sofort klar, welche Informationen von dir verlangt werden – ist dir dein Steuerberater gern beim Ausfüllen behilflich.

Wenn du von der Kleinunternehmerregelung profitieren möchtest, musst du das in diesem Fragebogen angeben.

Schritt 5: Eintragung ins Handelsregister

Dieser Schritt ist nur relevant für dich, wenn du dein Einzelunternehmen als eingetragener Kaufmann oder als eingetragene Kauffrau gründest. Folgende Informationen werden hierfür verlangt:

  • Geschäftsführer und Prokura
  • Anschrift/Unternehmenssitz
  • Name des Unternehmens
  • Rechtsform
  • Gegenstand des Unternehmens
  • Kapital

Für die Eintragung ins Handelsregister werden Kosten (beispielsweise für Notar und Gericht) fällig. Diese belaufen sind in der Regel auf etwa 150 €.

Alle anderen Einzelunternehmer sind nicht dazu verpflichtet, ihr Unternehmen ins Handelsregister eintragen zu lassen. Sie können es aber freiwillig tun.

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Gründungskosten

Du siehst: Ein Einzelunternehmen zu gründen ist nicht nur einfach, sondern auch günstig.

Wenn du nur die Gewerbeanmeldung bezahlen musst, werden meist maximal 50 € fällig.

Kommt dann noch die Eintragung ins Handelsregister dazu, solltest du mit rund 250 € für die Gründung deines Einzelunternehmens rechnen.

Im Vergleich zu anderen Rechtsformen, wie die UG (haftungsbeschränkt) oder die GmbH, sind die Gründungskosten überschaubar.

Häufig gestellte Fragen

Immer noch offene Fragen zur Gründung eines Einzelunternehmens? Hier findest du Antworten.

Wer darf ein Einzelunternehmen gründen?

Grundsätzlich darf jeder ein Einzelunternehmen gründen. Spezielle Voraussetzungen sind in den seltensten Fällen notwendig.

Wie viele Gründer darf ein Einzelunternehmen maximal haben?

Ein Einzelunternehmen wir stets von einer Person gegründet. Gibt es mehr Gründer, kommt die Rechtsform nicht mehr infrage.

Zusammenfassung

Es ist nicht verwunderlich, dass sich die meisten Unternehmer in Deutschland für die Gründung eines Einzelunternehmens entscheiden.

Die Rechtsform kommt mit einem einfachen Gründungsprozess daher und erfordert kein festes Startkapital.

Dem gegenüber steht allerdings die uneingeschränkte Haftung, die dazu führt, dass du das Dasein als Einzelunternehmer stets mit Vorsicht genießen solltest.

Doch solange dein Unternehmen läuft, überwiegen eindeutig die Vorzüge dieser Rechtsform.

Autor

Jessika Fichtel

Jessika Fichtel hat sich im Laufe ihrer bisherigen Karriere als Freelance-Autorin auf die Themenschwerpunkte Karriere und Entrepreneurship spezialisiert. Sie gehört seit 2017 zum Team von Junge Gründer. Jessikas besonderes Interesse gilt kreativen Startups, die sich vom „Mainstream“ abheben und sich trauen, anders zu sein. In ihren Artikeln lässt die freiberufliche Texterin gern eigene Erfahrungen einfließen.