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Highspeed auf zwei Rädern – Was macht eigentlich scoo.me?

Scoo.me (* Mai 2014 in München † Frühjahr 2018) war ein Mobilitäts-Startup welches sich auf den Verleih von Motorrollern spezialisierte. Gegründet wurde die Firma von Magnus Schmidt, Christoph Becker und Robert Winter.

Als Gründe für das Scheitern wurde das Unterschätzen der E-Mobilität genannt.

Wer steckt hinter scoo.me?

Scoo.me ist ein Mobilitäts-Startup, das im Mai 2014 in München gegründet wurde. Dort liegt auch der Sitz des Unternehmens.

Die drei Köpfe dahinter sind Gründer und Geschäftsführer Magnus Schmidt, Gründer Christoph Becker und Gesellschafter Robert Winter. Im Branchenverzeichnis ist scoo.me als Internetportal für den Verleih von Kraftfahrzeugen verzeichnet.

Für die Marketingbranche ist vor allem Gründer Magnus Schmidt kein Unbekannter. Zuvor bei Bertelsmann tätig, war der Experte für digitales Marketing vor der Gründung von scoo.me beim Coupon-Riesen PAYBACK Chef von 30 Angestellten und Leiter des gesamten Marketingbereichs. Bestens vernetzt verließ Schmidt den Global Player, um mit scoo.me den Carsharing-Markt zu revolutionieren.

Co-Founder Christoph Becker war vor der Gründung des Roller-Verleihs bei United Internet Media im Business Development tätig und deckt diesen Bereich auch bei scoo.me ab.

Robert Winter war vor der Gründung, ebenfalls wie Schmidt, bei PAYBACK tätig und füllte hier die Rolle des Creative Directors aus. Als kreativer Kopf führt er diese Tätigkeit im Roller-Startup fort und ist als Creative Marketing Director tätig.

Gründer und Geschäftsführer Schmidt gehören 51 Prozent des Startups, Becker hält 30 Prozent und Robert Winter ist mit 19 Prozent an scoo.me beteiligt.

Wie sieht das Geschäftsmodell von scoo.me aus?

Ähnlich wie Car2Go oder DriveNow setzt scoo.me auf das Mobility Sharing. Allerdings stößt das Startup in eine bislang unbesetzte Nische vor: Anders als die Konkurrenz verleihen die Münchner Gründer keine Autos, sondern Motorroller.

Der Gedanke dahinter ist simpel: Mit dem Verleih von Motorrollern will scoo.me die Lücke zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr und bestehenden Carsharing-Angeboten schließen. Roller zu verleihen habe den Gründern zufolge zwei entscheidende Vorteile:

Erstens seien ihre Nutzer flexibler, da Roller wesentlich weniger Platz benötigen als PKW. Besonders in großen Städten mit viel Verkehr sei mit den Zweirädern ein wesentlich besseres Vorankommen auf den verstopften Straßen zu erreichen. Darüber hinaus können die Roller einfach überall im Servicegebiet abgestellt werden. Anders als bei den großen Kraftfahrzeugen müssen Nutzer nicht erst lang nach einer Parklücke suchen, sondern können schon den kleinsten Raum ausnutzen.

Das zweite Argument der drei Gründer ist der erhöhte Fahrspaß. Die Flotte aus Rollern der Marken Piaggio und Peugot verspricht nicht nur ein schnelles Vorankommen, sondern auch das italienische Lebensgefühl des dolce Vita. Besonders auf den Vespas von Piaggio können Nutzer sich das Urlaubsfeeling direkt in den Alltag holen.

Ebenso unterscheidet sich das Abrechnungsmodell von übrigen Mobility Angeboten. Anders als die Konkurrenz rechnet scoo.me nicht direkt pro Minute ab, sondern erhebt für die erste halbe Stunde Fahrspaß einen Pauschalpreis. Erst ab der 31. Minute wird minutengenau abgerechnet. Dafür sind Registrierung und die Verifizierung des Führerscheins kostenlos.

Die Zahlen scheinen für scoo.me zu sprechen: Laut Angaben von Gründer Magnus Schmidt konnte das Startup im September 2015 bereits einen durchschnittlichen Fahrpreis von 21 Cent pro Fahrtminute erzielen, was in etwa einem Turnover von 223 Euro pro Stunde und Roller im Monat entspricht. Damit liegt scoo.me eigenen Angaben nach über den Ergebniswerten der Konkurrenten.

Wie funktioniert scoo.me?

Für Nutzer von anderen Carsharing-Angeboten ist die Funktionsweise von scoo.me sehr vertraut. Als App für iOs und Android fungiert scoo.me unterwegs gleichzeitig als Account, Buchungsportal und Zündschlüssel.

Sobald du dich eingeloggt hast, siehst du in der App, wo der nächste, gerade freie Roller steht. Diesen kannst du für die kommenden 15 Minuten reservieren. Außerdem wirst du durch die interaktive Karte auf schnellstem Wege zum Standort des Rollers gelotst. Abgesehen von der Position gibt die App außerdem Auskunft über den Tankfüllstand des Rollers.

Sowohl der Roller als auch der Helm werden durch die Aktivierung der Buchung in der App freigegeben. Den Helm finden Nutzer im Fach unter der Sitzfläche der Roller. Anders als die meisten Carsharing-Dienste brauchst du für die Entriegelung des Rollers keine Schlüsselkarte. Die Steuereinheit des Rollers ist mit einer SIM-Karte versehen. Über ein Machine-to-Machine-Kommunikationssystem der deutschen Telefónica erhält der Roller eine Meldung per SMS vom Server der scoo.me-App. Diese SMS gibt den Roller bei erfolgter Buchung frei. Eine weitere SMS verriegelt ihn im Anschluss an die Fahrt wieder.

Die Roller sind auf eine maximale Geschwindigkeit von 50 km/h gedrosselt. Für den Stadtverkehr ist das allerdings schon ziemlich flott und bringt dich innerhalb kürzester Zeit ans Ziel. Für den Überlandverkehr sind die scoo.me-Roller nicht gedacht.

Jeder Roller bietet ausreichend Platz für zwei Personen. Allerdings ist immer nur ein Helm im Gepäckfach des Gefährts verstaut. Wer also als Beifahrer mitfahren will, muss sich einen eigenen Helm mitbringen. Für diejenigen, die den Helm von scoo.me nutzen, liegen dem Kopfschutz eine Hygienehaube sowie Desinfektionstücher bei, mit denen du den Helm von innen reinigen kannst.

Wie hat sich das Geschäft des Roller-Startups entwickelt?

Gestartet ist das Startup mit der Softwareentwicklung im Jahr 2013. Im November des Folgejahres ging scoo.me mit den ersten Rollern im Münchner Stadtgebiet in den operativen Geschäftsstart.

Dem erfolgreichen Kick-Off in München folgte im November 2015 die Erweiterung um einen zweiten Standort in Köln. Ebenso wurde eine Flotte von etwa 50 Rollern ab Dezember desselben Jahres in Frankfurt stationiert. Nach eigenen Angaben konnte scoo.me in den ersten zwei Jahren bereits über 4.000 Kunden generieren.

Gegründet als scoo Mobility UG, wurde scoo.me schließlich im April 2015 in eine GmbH übertragen. Die rasante Geschäftsentwicklung machte sich auch im Kapital bemerkbar: Startete das Startup zu Beginn von 2016 mit einem Kapital von 34.744 Euro, konnte es zur Jahresmitte 2018 einen Kapitalbestand von satten 78.069 Euro vorweisen (Quelle: scoo.me auf northdata.de).

Woran scheiterte scoo.me?

Aktualisierung im November 2019: Leider hat das Mobilitäts-Startup nicht überleben können. Wie Presseberichte melden, stellte scoo.me seinen Roller-Sharingdienst ein. Die Liquidation der GmbH erfolgte bereits im Juli 2019 durch die damalige Geschäftsführerin Nicole Behrens (Quelle: northdata.de).

Offenbar war das Startup nicht finanzkräftig genug, um den Sprung auch über die E-Mobilität hinaus zu schaffen. In einem Gespräch mit dem Onlinemagazin NGIN Mobility musste Gründer Magnus Schmidt zugeben, dass er den Sprung zur E-Mobilität nicht gewagt und deshalb wertvolle Investitionschancen verpasst hat. Er selbst glaube nicht, dass E-Mobilität für einen Sharingdienst rentabel sei, ließ Schmidt darüber hinaus verlauten.

Die fehlenden liquiden Mittel wurden seinem Business zum Verhängnis. Durch Probleme mit einem engagierten Dienstleister, der weder qualitativ hochwertig noch zuverlässig gearbeitet hat, ging scoo.me viel Geld verloren, das für eine Expansion dringend nötig gewesen wäre. Auch die 13.000 Nutzer der 250 starken Rollerflotte konnten die Pleite des Startups im Frühjahr 2018 nicht verhindern.

Für die drei Gründer von scoo.me ging es nach dem Firmenaus zurück in ihre alten Tätigkeitsbereiche.

Zusammenfassung

Der Roller-Sharingdienst scoo.me konnte mit einer 250 Roller starken Flotte in München, Köln und Frankfurt eine innovative Lösung für den individuellen Großstadtverkehr schaffen.

Allerdings machte der Konkurrenzkampf auch vor dem Münchner Startup nicht Halt: Aufgrund mangelnder Finanzreserven musste scoo.me schließlich vor dem wachsenden Markt der E-Mobilität kapitulieren.

Heute nehmen den Platz von scoo.me unter anderem Coup, eine neu gegründete Bosch-Tochter, emmy und Jaano ein.

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