Kassenbon in digitaler Form – Nubon

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Aktualisierung des Textes, da NuBon nicht weiter geführt wird.

Pioniere haben es nicht leicht. Entweder kommen sie ans Ziel und werden zu Helden. Oder sie verschwinden sang- und klanglos in der Vergessenheit. Das war bereits im Wilden Westen so – die heutige Startup-Welt ist ein ebenso gefährliches Territorium.

NuBON ist einer der digitalen Pioniere, die es nicht geschafft haben. Dabei hat das Unternehmen beste Voraussetzungen, ein Erfolg zu werden. NuBON selbst bezeichnet die App  als „digitales Portemonnaie der Zukunft“. Die Hamburger wollen mit der Zettelwirtschaft in der Geldbörse aufräumen. Und zwar gründlich.

Alles kann nun digital mitgeführt werden:

  • Kassenbelege,
  • mobile Gutscheine,
  • Rabattkarten und
  • teilbare Shoppinglisten.

Pressemitteilung (6. Dezember 2013): NuBon – die neue Shopping-App

Kundenbindungs-App fürs Handy

Beim Bezahlvorgang mit NuBON scannt das Personal die jeweiligen Daten vom Smartphone-Display oder gibt die Ziffernreihe manuell ein. Steuerrelevante Belege können per Klick markiert werden, um die Abgaben beim Steuerberater zu beschleunigen. Sollte das Smartphone gewechselt werden, wären alle gespeicherten Karten sowie Dokumente bereits im „NuBon Portal“ gespeichert – und damit in einer Cloud-Lösung online auf dem neuen Gerät verfügbar. Das Einscannen von Kassenbons per Handykamera ist bereits teilweise möglich. Eine Funktion zum mobilen Bezahlen aus der App heraus rundet das Angebot ab.

Dieses Leitungsportfolio, das NuBON bereits Mitte der 2010er Jahre anbietet, ist heutzutage bei fast allen digitalen Bankkonten, vielen Zahlungsanbietern oder Kreditkarten verfügbar. So bei Holvi oder Apples Wallet. Für viele Kunden ist Apple Pay vom iPhone oder mit der iWatch eine unverzichtbare Funktion geworden. Mehr oder weniger alles Angebote, die NuBON bereits ab 2014 macht.

NuBons Hintergründe

Gegründet wird NuBON als unabhängige Tochtergesellschaft der Etahlon GmbH und mit Mehrheitsbeteiligung der Otto Group, wird aber schon 2013 von der Otto Group übernommen. Ethalon ist der IT-Dienstleister des Schuhhändlers Görtz. Aus der Verbindung der beiden deutschen Shoppingdienstleister rekrutieren sich die ersten NuBON-Partner wie Görtz, MyShoes, Roland und Wöhrl. Die Plattformen für die App sind Apples iOS und Googles Android, somit steht eine potenziell große Kundschaft bereit.

Das Angebot ist kostenlos, die App wurde In-House entwickelt. Nach dem Download muss sich auf der Webseite registriert werden, E-Mail-Adresse und Nutzernamen genügen für die Anmeldung. Beim Öffnen der App werden diese Daten ins Login-Fenster eingetragen, die App ist einsatzbereit. Eine User Experience, die so und ähnlich dem heutigen Standard entspricht.

Das Hamburger Startup ist also ein Vorreiter des Mobile Payment und mobiler Dokumentenerfassung – dem leider das Pferd unterm Sattel weggestorben ist. Wirklich erfolgreich ist NuBON nie. Seit Übernahme 2013 fährt das Startup unter dem Dach von Otto ausnahmslos Verluste ein, eine Neuausrichtung wird zwingend notwendig. NuBON wird zur Otto Group Solution Provider (OSP) durchgereicht, unter dem Namen werden White-Label-Lösungen entwickelt. Zudem soll es mobile IT-Services für den E-Commerce geben. Die ursprünglichen Kern-Services der App bleiben bestehen, sie hat bei OSP jedoch keinen großen Stellenwert mehr. 

Nur fünf Jahre nach Markteintritt wird der NuBON eingestellt. Im Juli 2018 gibt die OSP-Geschäftsführung das Aus bekannt. Die Bekanntmachung ist mit der Möglichkeit für die Nutzer verbunden, ihre digitalen Belege und Kundenkarten noch bis Ende Oktober des gleichen Jahres herunterzuladen. Zu wenige Kooperationspartner außerhalb der Otto Group und das Ausbleiben begeisterter Nutzer bringen NuBON nach nur wenigen Jahren ins Wanken. NuBON ist Geschichte.

Pressemitteilung (31. Mai 2016): Nubon erweitert Angebotsportfolio

Zukunft des digitalen Kassenzettels

Wo Schatten war, kommt auch wieder Licht: Im Zuge des von der Politik erzwungenen Kassenbon-Revivals mit Beginn des Jahres 2020 sollten die Hamburger Manager überlegen, die Basistechnologien von NuBON wieder aus dem Archiv zu holen.

Eine zeitgemäße, plattformübergreifende App für Smartphones und Pads wäre sicher angebracht. Das preiswert zu haltende Tool könnte schnell und zuverlässig digitale Kassenbons erfassen und speichern, sie via Bluetooth oder Wifi an die Mobile Devices der Kunden senden.

Kassenbon ausgegeben – Ressourcen gespart – Umwelt geschont. Eine solche Lösung dürfte überall gut ankommen. Beim Bäcker an der Ecke, bei Filialisten, bei Kunden, Bundesfinanzministern und Umweltschützern.    

E-Bon-Anbieter vorgestellt

An dieser Stelle werden wir neue und weitere E-Bon-Anbieter vorstellen. Deren Konzept erklären und Hintergründe liefern.

epap.app

wird bereits in kassenintegrierter Software eingesetzt. Zudem bieten die Hannoveraner eine App an.

Das Team hinter epap.app | Foto: Paula Keen
Gerd Trang hat uns einige Fragen beantwortet

Buch oder E-Book-Reader?

Ich mag beides und habe auch einen E-Book-Reader zu Hause. Fürs Reisen ist das unglaublich praktisch, aber für zu Hause bevorzuge ich Bücher. Ich habe bereits in meiner Jugend sehr viel gelesen und mag das Feeling von Büchern.

Musik oder Podcast?

Find ich beides gut, wobei ich öfter Musik höre als Podcasts. Podcasts verfolge ich tatsächlich relativ selten, aber informativ sind sie allemal.

Welche Vision begleitet dich/euch?

Unsere Vision ist es als Fintech Kassenbons und Belegmanagement neu zu denken, in Deutschland und Europa. Die Digitalisierung schreitet weiter voran. Entsprechend stellt sich für uns nicht die Frage, ob digitale Bons kommen werden, sondern eher wie und in welcher Form sie kommen werden. Wir betrachten uns als Fintech, das auf Grundlage digitaler Bons (das ist nur unser 1st step) ein komplettes Ökosystem rund um Online- und Offline-Belege schaffen will.

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Das ist ein interessante Frage, weil es sich hier um einen neuen Markt in der Entstehung handelt und die Konkurrenz teils noch in der Entwicklung ihrer Lösungen ist.

Neben uns gibt es einen weiteren Konkurrenten, der digitale Bons ebenfalls durch eine App umsetzt, aber das ganze in weniger cool und intuitiv, weswegen wir guter Dinge sind die Konkurrenz ausstechen zu können. Unser Alleinstellungsmerkmal ist in diesem Sinne unser enormer Kundenfokus, den wir durch unsere App umsetzen. Wir haben eine intuitive und auf Kundenbedürfnisse ausgerichtete App, die auf Grundlage der Kassenbelege die monatlichen Ausgaben anzeigt und damit eine Auswertung der monatlichen Ausgaben ermöglicht. Dabei machen wir uns die Vorteile eines Start Ups zu nutze, nämlich nah am Kunden zu sein und Feedback/Wünsche/Kritik direkt umzusetzen.

Ich gebe dir gerne ein Beispiel: Vielfach wurde der Datenschutz bei uns kritisiert bzw. es gab Fragen besorgter User dazu. Wir haben reagiert und einen anonymen Login eingeführt, sodass abgesehen von einem Nick Name und einem Alter (16 Jahre ist laut DSGVO das Mindestalter) keine weiteren Daten angegeben werden müssen.
Ein weiteres Beispiel: Einer unserer ersten Partner, durch die wir im Laufe diesen Jahres in den Markt eintreten werden, hat uns das sinnvolle Feedback gegeben, dass wir eine Möglichkeit brauchen auch ohne App digitale Bons bereitstellen zu können. Das sehen wir genauso, denn wir können nicht erwarten, dass jeder Kunde an der Kasse unsere App hat. Entsprechend haben wir das umgesetzt und eine Möglichkeit entwickelt, dass Kunden Bons von uns ohne die App erhalten können. Ohne unsere App gibt es dann nur die Belege ohne Haushaltsbuch, Auswertung der Finanzausgaben und Co.

Unser Alleinstellungsmerkmal im weiteren Sinne ist, dass wir eine Strategie verfolgen, durch die wir der Player in Deutschland, der DACH-Region und Europa für digitale Bons werden wollen.

Gerd Trang

Wir sind der Meinung, dass es nicht mehr als einen, maximal zwei Player in diesem Markt geben wird. Der Markt ist gerade in der Entstehung und wird sich über kurz oder lang konsolidieren. Und es gilt das berühmte Prinzip ‚the winner takes it all‘. Von daher wollen wir uns durch flächendeckende Präsenz und damit hohe Relevanz für den Kunden von der Konkurrenz unterscheiden und eine natürliche Markteintrittsbarriere errichten.

Wann habt ihr von der Bonpflicht ab 2020 erfahren?

Die Bonpflicht hatte 2016 ihre Anfänge genommen, als das Gesetz verabschiedet worden ist. Im Dezember 2019 hatte sich abgezeichnet, dass die Bonpflicht 2020 tatsächlich kommen würde – und hatte damit viele Händler überrascht. Vielfach wurde damit gerechnet, dass das Gesetz nicht in Kraft treten würde.

Die Bonpflicht zusammen mit dem Trend Digitalisierung und Nachhaltigkeit hat Anfang diesen Jahres zu dem medialen Aufschrei geführt. Wir waren in der komfortablen Position, dass wir eine fertige App hatten und konnten uns in den Medien als einer der Vorreiter gegen die Bonpflicht positionieren. Dadurch hast du uns in den Medien vermutlich auch gefunden. Es ist jetzt also das perfekte Timing, um digitale Bons in Deutschland zu etablieren, denn ‚wenn nicht jetzt, wann dann?!‘

Wann habt ihr euch gegründet?

Als GmbH gegründet haben wir uns dieses Jahr Anfang Februar (2020), solange ist es also noch nicht her. Wir haben davor schon an dem Projekt gearbeitet und dann – als wir in Verhandlungen mit potenziellen Partnern eingestiegen sind – die Gründung schnell nachgeholt.

Unsere späte Gründung war Voraussetzung für den Bezug von Gründerstipendien. Das Ganze hat damit zu tun, dass wir uns als Gründungsteam erst im Dezember des letzten Jahres zusammengefunden haben.

Wie alt seid ihr bei der Gründung gewesen?

Jannis ist der jüngste im Bunde (19). Sebastian ist 24 und zum Zeitpunkt der Gründung 23 gewesen, Fabian ist 26 und ich (Gerd) bin 27.

Kennt ihr „Nubon“?

Nubon kennen wir bzw. wir haben von Nubon gehört und auch von der Insolvenz. Da wir in einem ähnlichen Markt sind wie Nubon, können wir nachvollziehen, woran es gescheitert sein könnte. Der Markt ist definitiv kein leichter, aber wir sind froh, dass jetzt das Timing perfekt ist. Manchmal kann eine Idee noch so gut sein, ein Gründerteam noch so stark, aber wenn der Markt noch nicht reif ist für das Produkt, ergo das Timing noch nicht gegeben ist, dann ist das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt

Zur Webseite: epap.app

anybill

arbeitet auf QR-Code-Basis und möchte zukünftig mobiles Bezahlen und eine Belegfreigabe zum Steuerberater ermöglichen.

Gründerteam von anybill | Patrick Göttler, Lea Frank, Tobias Gubo (v.l.)
Das Gespann von anybill
Wissenswertes über das eigene System verrät uns die Co-Gründerin Lea Frank im Gespräch

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Anybill ist mehr als nur eine App für digitale Kassenbons. Wir bieten dir verschiedenste Features, um dein Offline Einkaufserlebnis zu verbessern und digitaler und nachhaltiger zu gestalten. Auch im Nachhinein kann der digitale Beleg für die Buchhaltung oder Steuererklärung weiterverwendeten werden und es werden noch viele weitere coole Features folgen.

Wann habt ihr von der Bonpflicht ab 2020 erfahren?

Direkt nachdem die Idee aufgekommen ist, haben wir bei der Recherche von der Bonpflicht erfahren (Herbst 2018) und auch die Kommunikation in diesem Jahr darauf ausgerichtet und das Momentum genutzt (auch wenn nun alles medial von Corona überschattet wird aber das ist auch ein wesentlich wichtigeres Thema als die Bonpflicht!)

Wann habt ihr euch gegründet bzw. vor allem wie alt seid ihr dabei gewesen?

Wir haben als Studentisches Team und Gewinner eines Startup Wettbewerbs gestartet und letztes Jahr im Herbst dann ein Unternehmen gegründet. Wir waren 21, 23 und 26 Jahre alt.

Kennt ihr „Nubon“?

Nubon kannten wir von Anfang an und haben viel dazu recherchiert und die Branche zu der damaligen Lösung immer wieder umfassend befragt

Zur Webseite: anybill.de

eBon | bon-online.de

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Erklärvideo wie der eBon funktioniert

funktioniert ohne App und wird über eine kassenintegrierte Software realisiert. Dabei wird via verschlüsselter Internetverbindung ein QR-Code eingelesen. Den Vertrieb für ir-relations, übernehmen mehrere Händler und Hersteller von Kassensystemen.

Andreas Freyer hat uns einige Fragen zu seinem Bon-System beantwortet

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Wir sammeln keine Daten. Wir sind weder an den verkauften Artikelinformationen, noch an den Kundendaten interessiert. Unser System ist ohne App nutzbar und die optionale App ist kostenlos. Wir brauchen den Hersteller der Kasse nicht, um an die Bons zu kommen.

Wann habt ihr von der Bonpflicht erfahren und euren Dienst gegründet?

Von der Bonpflicht haben wir 2017 erfahren und 2019 versucht Partner für unsere Idee zu finden. Bon-online.de gibt es seit November 2019.

Nubon war bis zu unserer Anfrage unbekannt.

Zur Webseite: bon-online.de

fiskaly

bietet einen elektronischen Beleg. Als eines der letzten Länder in Europa führt Deutschland eine Fiskalisierung von Registrierkassen ein. In einem Fiskalspeicher werden Umsatzdaten manipulationssicher abgelegt, was Fiskaly namentlich und wörtlich nimmt. Der besondere Clou dabei: Über einen kurzen Beleg-Code kann der Kunde seinen Bon auch auf analogen Weg erhalten.

Johannes Ferner blickt in die Kamera
Johannes Ferner, der CEO der fiskaly GmbH
Simon Tragatschnig (COO) im Gespräch mit uns

Welche Vision begleitet dich/euch?

Einfache Digitalisierung für Jedermann! Softwaresysteme, egal ob komplex oder einfach,
müssen in der Hosentasche Platz haben. Ein Smartphone muss ausreichend sein, um alle
alltäglichen Herausforderungen bestreiten zu können. Das muss auch für Registrierkassen
und elektronische Belege gelten!

Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Wir verstehen und gestalten die vernetzte Welt. Dabei betrachten wir nicht nur die
IT-Systeme, sondern auch den Endanwender. Einfache Abläufe, aufgeräumte App und so
viel Automatisierung wie möglich erleichtern den Umgang mit komplexen Technologien!
Unsere Lösungen verfolgen damit das Ziel, alleine mit einem Smartphone seine Ziele
einfach zu erreichen.

Wann habt ihr von der Bonpflicht erfahren und euren Dienst gegründet?

Wir haben 2016 die CodeWerkstatt gegründet, die 2019 in die fiskaly GmbH eingebracht
wurde. Von der Bonpflicht haben wir 2017 erfahren. Kurz darauf haben wir den eBeleg
entwickelt, der sich auf unterschiedlichste Art und Weise an Kunden übergeben lässt.
Da wir seit 2016 den Markt beobachten, kennen wir auch Nubon.

Warum wurde obono zu fiskaly?

Wir haben unsere eigenen Lösungen zur Fiskalisierung (RKSV in Österreich, KassenSichV in Deutschland) entwickelt. Die wertvollen Erfahrungen, die wir durch unsere Tätigkeit im österreichischen Markt sammeln konnten, stellen wir seit 2018 auch in Deutschland zur Verfügung. Wir haben diesen Fokus zum primären Unternehmenszweck gemacht und sind hier einer der führenden Infrastrukturanbieter für Registrierkassen- und Aufzeichnungssysteme.

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Erklärvideo von obono

Elektronische Belege bei fiskaly.com

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