Das solltest du zum Thema Hebesatz wissen

Wenn du ein Grundstück kaufst oder ein Gewerbe eröffnest, musst du Grundsteuer beziehungsweise Gewerbesteuer zahlen.

Um die Höhe der Steuerlast zu errechnen, benötigst du bei beiden Steuerarten den sogenannten Hebesatz.

Was der Hebesatz ist und wie du ihn anwendest, erklären wir dir hier.

Was ist der Hebesatz?

Der Hebesatz ist der Faktor, mit dem dein individueller Steuermessbetrag multipliziert wird, um deine Steuerschuld zu ermitteln.

Angewendet wird er auf die Gewerbesteuer und auf die Grundsteuer.

Es gibt drei verschiedene Arten des Hebesatzes:

  • Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke
  • Grundsteuer B für alle übrigen Grundstücke
  • Gewerbesteuer
  • Für den Hebesatz in seiner jeweiligen Art gilt, dass er für alle innerhalb der Gemeinde liegenden Grundstücke bzw. Unternehmen derselbe sein muss.

    Das bedeutet, unabhängig von der Unternehmensgröße gilt für alle Gewerbetreibenden innerhalb einer Gemeinde derselbe Faktor, mit welchem der Steuermessbetrag multipliziert wird.

    Warum gibt es den Hebesatz?

    Die Kommunen begründen die Erhebung des Hebesatzes damit, dass sie als Gemeinde das Land und die Infrastruktur bereitstellen, welche von Unternehmern und Grundstückseigentümern genutzt werden.

    Alle Unternehmen sind auf die Infrastruktur, das bedeutet auf die Verkehrsanbindung und auf die Verfügbarkeit von Strom und Datenverbindungen, angewiesen. Sie nutzen diese und verursachen gegebenenfalls Verschleißschäden. Deshalb fordert die Kommune über den Hebesatz eine Beteiligung an den Unternehmensgewinnen ein.

    Das bedeutet, dass in Ballungsgebieten ein höherer Satz als in ländlicheren Gegenden gilt, da die Infrastruktur in Städten besser ausgebaut ist.

    Im Grunde verwenden die Kommunen den Hebesatz, um ihre eigenen Erträge zu steigern.

    Wer legt den Hebesatz fest?

    Festgelegt wird die Höhe des Hebesatzes von der jeweiligen Gemeindevertretung, also von Stadt- oder Gemeinderäten.

    Der Hebesatz wird nach dem Gremienbeschluss für ein Jahr in der geltenden Haushaltssatzung, auch als Haushaltsplan bekannt, festgeschrieben.

    Seit dem 1. Januar 2004 gilt in allen Gemeinden in Deutschland ein Mindesthebesatz für die Gewerbesteuer von 200%. Das Bundesverfassungsgericht hat diese gesetzliche Regelung als verfassungskonform bestätigt.

    In der Praxis ermittelt das Finanzamt den Steuermessbetrag, der für deine Unternehmensgewinne gilt, und teilt diesen der Gemeinde mit. Diese wendet den aktuellen Hebesatz auf den Steuermessbetrag an und sendet dir den Steuerbescheid über die aktuelle Höhe der Steuerlast zu.

    Häufig gestellte Fragen

    Im Folgenden erklären wir dir kurz, wo du den Hebesatz, der in deiner Gemeinde gilt, findest und wie er angewendet wird.

    Wie hoch ist der Hebesatz?

    Die Höhe entscheidet jede Kommune eigenständig. Deshalb kann die Höhe von Gemeinde zu Gemeinde stark variieren.

    Für die Grundsteuer schwankt der Hebesatz zwischen null und 960 Prozent.

    Bei der Gewerbesteuer gilt ein Mindesthebesatz von 200 Prozent, den jede Kommune erfüllen muss.

    Ab diesem Satz können die Gemeinden für die Gewerbesteuer individuelle Hebesätze anlegen. Hierbei schwankt der Hebesatz je nach Standort zwischen 200% und 900%.

    Auf dem Land wirst du niedrigere Hebesätze vorfinden als in der Stadt.

    Wo steht der Hebesatz?

    Den Hebesatz für Grund- oder Gewerbesteuer findest du in der Haushaltssatzung, dem sogenannten Haushaltsplan, der Kommune, in der sich dein Unternehmen oder Grundstück befindet.

    Viele Kommunen stellen die aktuelle Höhe online zur Verfügung.

    Außerdem kannst du bei der regional zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) nachfragen. Die Mitarbeiter dort kennen den aktuellen Hebesatz in der Regel.

    Wie wird der Hebesatz berechnet?

    Der Satz wird nicht berechnet, sondern durch die Gemeindevertretungen festgeschrieben.

    Die Kommunen schreiben die aktuellen Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer für ein Jahr in ihrem Haushaltsplan fest.

    Das bedeutet, dass sich der Hebesatz theoretisch jedes Jahr verändern kann. In der Regel bleiben die Sätze aber meist über mehrere Jahre konstant.

    Der Hebesatz wird immer in Teilen „von Hundert“, also in Prozent angegeben.

    Bei einem Hebesatz von beispielsweise 350% multiplizierst du deinen Steuermessbetrag also mit 3,5.

    Die Formel für deine Gewerbesteuer sieht folgendermaßen aus:
    (Gewinn + Hinzurechnungen – Kürzungen) x Steuermesszahl = Steuermessbetrag
    Steuermessbetrag x Hebesatz = Steuerlast

    Zusammenfassung

    Der Hebesatz ist eine von der zuständigen Gemeinde festgelegte Größe, mit welcher dein individueller Steuermessbetrag multipliziert wird.

    Hebesätze gelten nur für die Grundsteuer und für die Gewerbesteuer.

    Mit einer günstigen Standortwahl kannst du deine Steuerlast erheblich senken, wenn die zuständige Gemeinde einen niedrigen Hebesatz festgelegt hat.


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