Das solltest du bei der Auswahl deines Stromanbieters beachten

Als Gewerbestrom werden spezielle Angebote für die Stromversorgung von Unternehmen bezeichnet.

Wir zeigen dir die besten Angebote und geben Hilfestellung, was bei der Auswahl zu beachten ist.

Tipps zur Auswahl eines Anbieters

Der beste Tipp, um die Kosten für Gewerbestrom zu sparen, ist den Anbieter rechtzeitig und regelmäßig zu wechseln.

Wir geben dir einige Tipps, um den besten Anbieter zu finden.

  1. Kläre, wer Vertragspartner ist.

    Bist du selbst Vertragspartner, gestaltet sich das Wechselprozedere relativ einfach. Sind die Stromkosten allerdings in der Warmmiete deiner Betriebsstätte enthalten, ist dein Vermieter Vertragspartner. In diesem Fall musst du diesen erst davon überzeugen, dass ein Wechsel des Stromlieferanten sinnvoll ist.

  2. Schau, wie viel Kilowattstunden du verbrauchst und wie hoch deine letzte Nettojahresendabrechnung war.

    Beide Daten müssen unbedingt in Verbindung miteinander betrachtet werden. Nur, wenn du genau weißt, wie hoch dein Strombedarf ist, kannst du die unterschiedlichen Preise gut miteinander vergleichen.

  3. Beachte die Kündigungsfrist deines Vertrages.

    Ein Wechsel des Stromlieferanten ist nur dann möglich, wenn du den Vertrag mit dem derzeitigen Versorger innerhalb der Kündigungsfrist beendest.

  4. Wähle für den Vergleich die Region aus, in der sich deine Betriebsstätte befindet.

    Mit dieser Angabe kannst du direkt Stromversorger ausschließen, die deine Gegend nicht beliefern.

  5. Mach dir klar, wie wichtig dir ein Neukundenbonus ist.

    Beachte, dass jeder Neukundenbonus nur dann eine Ersparnis ist, wenn Arbeits- und Leistungspreis deines Stromvertrages auch langfristig günstiger sind als deine aktuellen Konditionen.

Was ist Gewerbestrom?

Bei Gewerbestrom handelt es sich um Strom, der von gewerblichen Nutzern verbraucht wird. Damit bezeichnet der Begriff allerdings keine eigene Art von Strom.

Die Energie ist die gleiche, die auch im heimischen Wohnzimmer aus der Steckdose fließt. Vielmehr geht es um die Zuordnung zum Endverbraucher. Während jeder von uns zuhause Privatstrom nutzt, wird die bereitgestellte Energie in gewerblichen Stätten als Gewerbestrom bezeichnet.

Es handelt sich also um ein Sonderangebot der Stromversorger, die ihren gewerblichen Kunden Strom zu speziellen Konditionen anbieten. Diese können sich teilweise eklatant von privat genutzten Stromtarifen unterscheiden. Entscheidend für den Gewerbestrom ist vor allem die höhere Verlässlichkeit in der Versorgung.

Im Gegensatz zum Privathaushalt kann eine Fertigungsstraße Schwankungen im Stromnetz oder gar Stromausfälle nicht einfach kompensieren. Für Firmen bedeuten solche Ereignisse große, wirtschaftliche Schäden. Deshalb sind Gewerbestromtarife nicht nur finanziell anders geregelt, sondern auch in der Stromversorgung priorisiert.

Wie Privatstrom auch, kann Gewerbestrom aus unterschiedlichen Quellen kommen. Die gesetzlich verpflichtende Stromkennzeichnung ermöglicht es dir, zu erkennen, ob die Energie aus herkömmlichen Quellen kommt oder ob es sich um Ökostrom handelt.

Wer darf Gewerbestrom beziehen?

Nicht jeder kann Gewerbestrom beziehen. Grundsätzlich gibt es keine gesetzlich festgelegte Ober- oder Untergrenze für die abgenommene Strommenge, die den Stromtarif als gewerblich definiert. In der Praxis stellen die Energieversorger dennoch einige Bedingungen.

Wie der Begriff andeutet, steht jedem Gewerbestrom zu, der die verbrauchte Energie gewerblich nutzt. Betreibst du also ein Büro oder ein Ladenlokal, hast du theoretisch Anspruch auf einen gewerblichen Stromtarif. Selbst Freiberufler könnten Gewerbestrom anmelden, wenn sie den Stromverbrauch ihres Büros einzeln messen könnten.

Ganz praktisch knüpfen viele Anbieter allerdings die Bedingung einer Mindestabnahmemenge an den Zugang zu den gewerblichen Stromtarifen. Die meisten Stromlieferanten fordern mindestens einen Verbrauch von 30.000 bis 50.000 Kilowattstunden, um diesen als Gewerbestrom zu bezeichnen. Ganz vereinzelt reichen auch Mengen von 10.000 Kilowattstunden, aber selbst diese Richtgröße ist für Einzelunternehmer schwer zu erreichen.

Gewerbestrom ist also in erster Linie für die Firmen vorgesehen, die einen überaus hohen Stromverbrauch haben. Dazu zählen etwa Fabriken oder Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf. Ebenso können Werkstätten oder verarbeitende Gewerbe schnell in den Bereich des gewerblichen Stroms gelangen.

Häufig gestellte Fragen zum Gewerbestrom

Gerade für Junggründer ist das Thema Gewerbestrom etwas ungewohntes.

Wir klären im Folgenden die häufigsten Fragen rund um die gewerbliche Stromversorgung.

Welche Tarife für Gewerbestrom gibt es?

Allein in Deutschland stehen dir über 900 Stromanbieter offen, von denen auch viele Gewerbestromtarife anbieten.

Grundsätzlich ist Gewerbestrom wesentlich günstiger als privat bezogener Strom. Zwar ist der Grundpreis in der Regel höher, dafür ist der Preis pro verbrauchte Kilowattstunde günstiger. Dies ist vor allem deshalb der Fall, weil die gewerblich abgenommenen Strommengen sehr viel größer sind als der private Stromverbrauch.

Darüber hinaus zahlen Gewerbekunden weniger Abgaben und Steuern auf den Strompreis. Während private Stromtarife meist bis zu 50 Prozent Steuern und Abgaben beinhalten, entfallen auf Gewerbestrom nur circa 15 bis 30 Prozent dieser gesetzlich festgelegten Kosten.

Du findest im Bereich des Gewerbestroms meist drei Tarifmodelle:

  • Der allgemeine Tarif: Dieses Tarifmodell eignet sich vor allem für Gewerbetreibende mit geringerem oder gleichbleibendem Stromverbrauch. Wie aus dem privaten Bereich auch bekannt, unterteilt sich der Strompreis in den Arbeitspreis und den Leistungspreis. Der Arbeitspreis wird in Kilowattstunde pro Jahr vereinbart, während der Leistungspreis die elektrische Leistung in Kilowatt angibt. Der allgemeine Tarif wird meist für Kunden mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden pro Jahr angewandt.
  • Das Sonderabkommen: Wer an das Hoch- oder Mittelspannungsnetz angeschlossen wird, hat die Möglichkeit, ein Sonderabkommen mit seinem Stromlieferanten zu vereinbaren. Dieses setzt oft eine Mindestabnahmemenge voraus, die aber in solchen Fällen eher unproblematisch ist. In alternativen Vertragsvarianten wird auch eine maximale Abnahmemenge vereinbart, die nicht überschritten werden darf. Das Sonderabkommen ermöglicht es Kunden, Verbrauchsspitzen separat abzurechnen. In solch einem Fall wird der sogenannte ¼-Zähler oder RLM-Zähler eingebaut.
  • Sondervertragskunden: Große Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen werden von den Energielieferanten als Sondervertragskunden eingestuft. Diese können ihre Abrechnunsmodalitäten mit den Stromversorgern individuell verhandeln und sind nicht an gewisse Abnahmemengen gebunden. In der Regel muss der Stromverbrauch hierfür weit über 30.000 Kilowattstunden pro Jahr liegen oder der Betrieb muss regelmäßige Leistungsspitzen von mindesten 30 Kilowatt vorweisen können.

Abgesehen von diesen drei Modellen gibt es außerdem den sogenannten Haupttarif und den Nebentarif. Diese beiden Tarife beziehen sich auf die Betriebszeiten, zu denen der Strom bezogen wird.

Der Haupttarif ist auch als sogenannter Tagstrom bekannt. Dieser Tarif greift zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends.

Dahingegen wird der Nebentarif zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens angewandt, wenn in der Regel weniger Strom verbraucht wird.

Wie wird gewerblicher Strom abgerechnet?

Wie der Gewerbestrom abgerechnet wird, kommt auf die Größe deines Betriebes und die verbrauchte Strommenge an.

Kleinbetriebe mit einem Stromverbrauch bis zu 40.000 Kilowattstunden im Jahr werden in der Abrechnung oft behandelt wie Privathaushalte. Das bedeutet, sie zahlen eine monatliche Abschlagspauschale, die auf dem angenommenen Stromverbrauch für ein Kalenderjahr beruht. Am Ende des Vertragsjahres wird der Stromzähler abgelesen.

Du bekommst eine Jahresendabrechnung über den tatsächlichen Stromverbrauch und die gezahlten Abschläge. Je nachdem, ob du mehr oder weniger Strom verbraucht hast als angenommen, musst du den Differenzbetrag nachzahlen oder bekommst ein Guthaben ausbezahlt.

Großbetriebe hingegen, die mehr als 100.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, rechnen über den sogenannten RLM-Zähler ab. RLM steht für „Regelmäßige Leistungsmessung“.

Das Besondere an diesen Zählern ist, dass sie den Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt erfassen und an den Versorger übermitteln. Unternehmen, die mit einem RLM-Zähler arbeiten, zahlen keine monatliche Pauschale, sondern erhalten jeden Monat eine punktgenaue Abrechnung über ihren Stromverbrauch.

Gibt es Gewerbestrom für Freiberufler?

Da sie ihren Strom für gewerbliche Zwecke nutzen, könnten auch Freiberufler Gewerbestrom beziehen. Allerdings wird ein einzelner Freiberufler selten mehr als die geforderte Mindestmenge von 30.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Deshalb ist der Bezug von gewerblichem Strom für Freiberufler und Einzelunternehmer in der Praxis relativ schwierig.

Einzelunternehmer und Freiberufler, die einen intensiven Stromverbrauch haben, können sich allerdings in Bürogemeinschaften zusammentun. Gemeinsam reicht die verbrauchte Energie wohl möglich, um einen gewerblichen Stromvertrag zu erhalten.

Kann ich mit dem Sonderkündigungsrecht den Gewerbestromtarif vorzeitig wechseln?

In der Regel sind Kunden an die Kündigungsfrist gebunden, die im Liefervertrag angegeben ist. Allerdings gibt es auch das Sonderkündigungsrecht. Dieses greift bei Preiserhöhungen. Erhöht dein Stromanbieter den Strompreis, kannst du den Vertrag außerhalb der angegeben Frist innerhalb von zwei Wochen kündigen.

Wann sollte ich den Vertrag für Gewerbestrom kündigen?

Ratsam ist es, mit der Suche nach einem neuen Anbieter für Strom vier bis sechs Monate vor Ende der aktuellen Vertragslaufzeit zu beginnen. So kannst du die unterschiedlichen Konditionen gründlich und in Ruhe miteinander vergleichen.

Kündigen solltest du deinen Stromvertrag innerhalb der angegebenen Kündigungsfrist.

Zusammenfassung

Gewerbestrom ist für die Unternehmen erhältlich, die über einen sehr hohen Stromverbrauch verfügen. Bereits ab 10.000 Kilowattstunden im Jahr kannst du von speziellen Konditionen profitieren.

Verzeichnest dein Stromverbrauch Leistungsspitzen, also temporär sehr hohe Mengen an verbrauchtem Strom, lohnt es sich für dich, einen RLM-Zähler installieren zu lassen. Darüber hinaus kannst du mit deinem Stromanbieter gesonderte Konditionen für diese Verbrauchsspitzen vereinbaren.

Kleine Unternehmen fahren am besten mit der jährlichen Abrechnung. Ein regelmäßiger Anbieterwechsel spart Gründer bares Geld.


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