Das solltest du bei der Auswahl eines Factoring Anbieters beachten

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Beim Factoring verkaufst du offene Forderungen an Dritte und erhältst innerhalb kurzer Zeit eine Auszahlung. Umgangssprachlich ergibt sich für dich eine Vorfinanzierung aus dem Forderungsverkauf.

Wir haben uns angesehen, was dabei zu beachten ist und welche Anbieter für dein Unternehmen geeignet sind.

Factoring Anbieter Vergleich

Nachfolgend findest du eine Tabelle, mit der du verschiedene Anbieter bezüglich deren Kosten und Leistungen vergleichen kannst:

Unser Tipp: Factoring von Compeon

Compeon Logo
  • einfache und individuelle Anfrage
  • keine Kosten für dein Unternehmen
  • Angebote von 25 unabhängigen Factoringpartnern
AnbieterZielgruppeGebühr 
aifinyoalle Unternehmen, Einzelunternehmerab 0,5 ProzentZum Anbieter
Billiekleine und mittlere Unternehmenab 0,7 ProzentZum Anbieter
Compeonmittlere Unternehmenab 1,25 ProzentZum Anbieter
Rechnung.deFreiberufler, kleine bis mittlere Unternehmenab 0,5 ProzentZum Anbieter
finiataalle Unternehmen, Freiberufler, Selbstständigeab 2,99 ProzentZum Anbieter
fundflowFreiberufler, kleine Unternehmenab 2,5 ProzentZum Anbieter
Wolf Factoringkleine und mittlere Unternehmenab 1,5 ProzentZum Anbieter

Was ist Factoring?

Factoring ist eine spezielle Finanzierungsform für Unternehmen. Dabei wird durch den Verkauf offener Forderungen an Dritte, die Liquidität deines Unternehmens gesteigert.

Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg der Eigenkapitalquote, wodurch die Finanzierungsform auch in Wachstumsphasen Investitionen ermöglicht.

Folgendes Video bietet nochmal einen guten Einblick in das Thema:

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Deine Kunden werden in diesem Prozess zu Debitoren der jeweiligen Factoringgesellschaft. Diese sollte dabei das komplette Debitorenmanagement, inklusive Mahnwesen und Inkasso übernehmen.

Factoring-Beispiele

Damit ihr das Prozedere nachvollziehen könnt, haben wir euch zwei Beispiele erstellt. Das Erste geht von einem einmaligen Factoringvertrag aus und unser zweites Beispiel basiert auf einen jährlichen Rahmenvertrag.

Der einmalige Forderungsverkauf

  • Lieferant Lieferdus verkauft an seinen Kunden Kunderus eine Maschine (= Ware) mit einem Wert von 500.000 Euro.
  • Kunderus erhält ein Zahlungsziel von 30 Tagen zum Begleichen der Rechnung
  • Lieferdus benötigt zeitnah Geld und verkauft seine Forderung an ein Factoring-Unternehmen
  • Daher erhält Lieferdus 90% seiner Forderung von der Factoringgesellschaft (diese agiert quasi als Bank)
  • Lieferdus erhält somit sofort 450.000 Euro
  • Das Factoringunternehmen erwartet die Zahlung des Kunden
  • Zahlt Kunderus innerhalb des Zahlungsziel nicht, wird das Mahnwesen bemüht
  • Kunderus zahlt daraufhin den kompletten Betrag
  • Lieferdus erhält die zweite Tranche vom Factoring Anbieter
  • Beträgt die Factoringgebühr 2 Prozent erhält Lieferdus eine Auszahlung von 40.000 Euro

Im Beispiel legen wir eine Finanzierungshöhe von 500.000 Euro zugrunde. Die Auszahlungsquote liegt bei 90 Prozent, die Factoringgebühr bei 2 Prozent und der Vertrag sieht keine Zinsen vor.

Einmalige Kosten

Factoringgebühr: 10.000 Euro

Factoring als Finanzierung

Komplizierter wird der Forderungsverkauf, wenn er kontinuierlich geschieht und der Anbieter auf seine Dienstleistung Zinsen (beispielsweise: 3,5% p.a.) verlangt. Als Grundlage hierbei dient der Jahresumsatz von Lieferdus, den wir auf auf 10.000.000 Euro schätzen.

Jährliche Kosten

Factoringgebühr: 200.000 Euro

Zinskosten: 17.500 Euro

Kosten im Jahr: 217.500 Euro

Kosten in Prozent im Verhältnis zum Umsatz: 2,175%

In solch einer kontinuierlichen Konstellation fallen zumeist die Gebühren, da zusätzlich am Zinssatz verdient wird.

Wie funktioniert Factoring Schritt für Schritt?

Die Finanzierungsform wirkt auf den ersten Blick ziemlich komplex. Wir erklären dir das Verfahren möglichst einfach und Schritt für Schritt.

Schritt 1: Du stellst eine Forderung an deinen Kunden

Egal ob Dienstleistung oder Produkt – alles, was du in Rechnung stellst, kann zum „Factoring-Gegenstand“ werden.

Wichtig ist, dass die Forderung offiziell erhoben wird. Das heißt, es wird eine formal korrekte Rechnung benötigt.

Tipp: Ein Rechnungsprogramm hilft dir bei der Erstellung von korrekten Rechnungen

Rechnungsprogramme im Test

Schritt 2: Du wendest dich an einen Factoring-Anbieter

Wir haben insgesamt sieben Anbieter aus Deutschland herausgesucht. Wenn du einen Überblick gewinnen willst, dann nutze die Vergleichstabelle, die wir dir weiter oben zur Verfügung gestellt haben.

Der Vorteil: Du wirst garantiert einen Anbieter finden, de genau deinen Ansprüchen gerecht wird. Hast du dir einen ausgesucht, solltest du das Unternehmen als nächstes kontaktieren.

Schritt 3: Der Factor prüft die Bonität des Debitors

Da der Anbieter 100 Prozent der Risikolast übernimmt, behält er es sich in aller Regel vor, den Debitor erst einmal zu kontrollieren, bevor es zum Vertragsabschluss kommt.

Das bedeutet konkret, dass der Factor die Bonität und Liquidität des Debitors überprüft.

Gibt es keine Anzeichen für einen möglichen Zahlungsausfall, steht den nächsten Schritten nichts im Wege.

Schritt 4: Du verkaufst deine Forderung

Als nächstes gilt es, alle Rahmenbedingungen (also beispielsweise Laufzeit, Anzahl der Forderungen, Gebühr und Zinsen) vertraglich festzuhalten.

Ist dies erledigt, erhältst du in der Regel 80 bis 90 Prozent deiner entsprechenden Forderung innerhalb von einem bis zwei Tagen. Anbieter, die 100 Prozent der Forderung sofort auszahlen, gelten bisher noch als Ausnahme.

Schritt 5: Der Factor informiert den Debitor und teilt die neue Bankverbindung mit

Nun kannst du dich grundsätzlich zurücklehnen, denn wenn es sich um ein offenes Factoring handelt, dann ist deine Arbeit vorerst erledigt.

Es ist nun die Aufgabe des Factors, den offenen Rechnungsbetrag einzufordern. Hierfür teilt er deinem Kunden die veränderte Bankverbindung mit und weist außerdem auf das Factoring-Verfahren hin.

Schritt 6: Der Debitor zahlt den offenen Rechnungsbetrag

Im Idealfall begleicht der Debitor nach einiger Zeit seine Rechnung. Der Betrag geht also auf dem Konto des Factoring-Unternehmens ein.

Zahlt er nicht, bleibt das Ausfallrisiko beim Factor. Du kannst – sofern es sich um ein „echtes Factoring“ handelt – nicht mehr mit der Geldsumme belastet werden.

Schritt 7: Du erhältst die restlichen 10 bis 20 Prozent der Forderung

Sobald der Debitor die offene Rechnung beglichen hat, steht der Factor in der Pflicht, dir den restlichen Teil der Forderung zu überweisen.

Damit ist der Prozess abgeschlossen.

Was kostet Factoring?

Bis hierhin klingt diese Finanzierungsform nach einer ziemlich tollen Sache für Unternehmen, die gern ihre Liquidität sichern und kontinuierlich wachsen wollen. Das größte Risiko besteht in den nicht beachteten Kostenstrukturen.

Die Kosten ergeben sich aus der Factoringgebühr und anfallenden Zinsen. Kurz und knapp kannst du dich an dieser Gleichung orientieren:

Factoring-Gebühr + Factoring-Zinsen = Factoring-Kosten

Wie hoch Gebühren, Zinsen und letztlich die Gesamtkosten ausfallen, hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie deinem Jahresumsatz und der Rechnungssumme ab.

Oftmals gilt: Je höher beispielsweise die Rechnungssumme, desto niedriger sind die Kosten.

Als groben Richtwert wollen wir dir dennoch diese Zahlen mit auf den Weg geben:

  • Gebühr: liegt meist zwischen 0,25 und 1 Prozent, kann aber auch höher ausfallen
  • Zinsen: beträgt etwa 4 bis 8 Prozent

Ein praktisches Beispiel für die Kosten-Berechnung findest du in diesem Video:

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Vorteile und Nachteile

Factoring ist für viele Unternehmen eine interessante Finanzierungsmöglichkeit.

Nachfolgend findest du die Vor- und Nachteile.

Vorteile von Factoring

  • sofortige Liquidität
  • große Auswahl an Anbietern
  • kein Risiko bei Zahlungsausfall
  • Wegfall der Debitoren-Buchhaltung (bspw. Mahn- und Inkasso-Verfahren)
  • geringe Veränderungen für den Kunden
  • Fokus auf das Kerngeschäft
  • Wachstum mit wenig Risiko
  • Verbesserung der Eigenkapitalquote
  • Möglichkeit, noch mehr Aufträge anzunehmen

Nachteile von Factoring

  • Kosten
  • nicht für alle Branchen geeignet
  • eventuell negatives Signal an den Debitor („Ich stelle deine Zahlungsmoral in Frage.“)

Welche Arten von Factoring gibt es?

Die ursprüngliche Form von Factoring existiert seit Jahrhunderten fast unverändert und dennoch bildeten sich einige Sonderformen und Abwandlungen heraus. Diese Factoringarten stellen wir dir folgend kurz vor.

Full-Service-Factoring vs. Inhouse-Factoring vs. Fälligkeits-Factoring

Das Full-Service-Factoring kann auch als Standard-Factoring bezeichnet werden. Es umfasst alle drei Aufgaben-Bereiche des Factors; also die Finanzierung, die Delkredere-Funktion und das Debitoren-Management. Man könnte es auch als „Rundum-Sorglos-Paket“ für dich bezeichnen.

Beim Inhouse-Factoring sieht es schon etwas anders aus. Hier bietet der Factor keine Dienstleistungen rund um die Debitoren an. Unternehmen haben hier häufig eine gut aufgestellte Buchhaltungs- und/ oder Rechtsabteilung, die sich um Mahn- und Inkassoverfahren kümmert.

Ob das Fähigkeits-Factoring tatsächlich noch als solches bezeichnet werden kann, ist fraglich. Hier musst du nämlich auf die Finanzierung verzichten und dich mit der Delkredere-Funktion und dem Debitoren-Management begnügen. Der Kern der Finanzierungsart fällt damit weg.

echtes vs. unechtes Factoring

Das echte Factoring liegt vor, wenn der Factor das komplette Risiko übernimmt und du am Ende nicht auf einer offenen Rechnung sitzen bleibst.

Ist das Gegenteil der Fall, spricht man auch vom unechten Factoring.

offenes vs. stilles Factoring

Bei der offenen Form gehen alle Beteiligten direkt mit der Thematik um. Das heißt, dem Debitor wird mitgeteilt, dass der Rechnungsbetrag nicht mehr an dich, sondern an den Factor überwiesen werden muss.

Anders verhält es sich bei der stillen Form, denn in diesem Fall erhält der Debitor keine eindeutige Information und glaubt darum, dass alles unverändert ist. Diese Variante ist jedoch nicht weit verbreitet.

Häufig gestellte Fragen

Beim Thema Factoring treten regelmäßig die gleichen Fragen auf.

Wir haben diese nachfolgend aufgeführt und beantwortet.

Wann lohnt sich Factoring?

Natürlich machen die oben aufgeführten Vorteile deutlich, dass es grundsätzlich eine gute Idee ist, über diese Finanzierungsmöglichkeit nachzudenken.

Konkret eignet sich ein Factoringvertrag in folgenden Situationen besonders:

  • bei sehr hohen Rechnungsbeträgen: In diesem Fall kannst du dich finanziell absichern – vorausgesetzt natürlich, der Factor übernimmt die Forderung nach Prüfung des Debitors.
  • beim Wunsch nach Liquidität: Du brauchst Summe X, um in dein nächstes Projekt zu investieren oder um dein Unternehmen anderwedie itig weiterzuentwickeln? Auch hier ist die Finanzierungsform überaus sinnvoll.
  • bei schlechten Erfahrungen mit Kunden: Nahezu jeder Gründer hat diesen einen Kunden, dem er immer hinterhertelefonieren, wenn es ums Begleichen einer Rechnung geht. Wenn du dir diesen Ärger zukünftig ersparen willst, könnte Factoring die Lösung sein.
  • bei sehr guter Auftragslage: Es gibt Branchen, in denen der Rechnungsbetrag aus Auftrag A benötigt wird, um Auftrag B zu realisieren. Dank Factoring musst du nicht länger auf die finanziellen Mittel warten, sondern kannst dank sofort gesteigerter Liquidität direkt loslegen.

Warum macht man Factoring?

Die Finanzierungsform wird insbesondere dann eingesetzt, wenn ein Unternehmen dringend auf den Erhalt von Rechnungsbeträgen angewiesen ist, um beispielsweise weiterhin liquide zu bleiben.

Ein anderer Aspekt, der für viele ausschlaggebend ist, ist die Risikoübernahme durch den Factor bei drohenden Zahlungsausfällen.

Wer darf Factoring nutzen?

Grundsätzlich jeder.

Allerdings muss gesagt werden, dass die Nutzung in einigen Branchen üblicher ist als in anderen.

Einen sehr großen Zuspruch erfährt die Finanzierungsform beispielsweise in der verarbeitenden Industrie, im Handwerk und im Großhandel. Außerdem kann gesagt werden, dass vor allem der Mittelstand davon Gebrauch macht.

Weniger verbreitet ist die Finanzierungsform unter Dienstleistern. Diese müssen ihre Forderung explizit definieren, ehe sie die Zusage eines Factoring Anbieters (Factors) erhalten.

Factoring oder Leasing – Was ist besser?forderung

Eine einfache Antwort, welche Finanzierungsform besser ist, kann es nicht geben. Dafür hängen beide von zu vielen Variablen ab.

Informiere dich zunächst getrennt zu Leasing und Factoring und bringe beide Erkenntnisse im Anschluss zusammen. Erst an diesem Punkt, kannst du die Möglichkeiten auf deine konkrete Situation beziehen und entscheiden, welche am Ende besser für dich und dein Unternehmen ist.

Warum ist stilles Factoring manchmal besser?

Generell ist es kein Problem, den Vorgang deinen Kunden gegenüber offen zu kommunizieren.

Wenn es sich allerdings um eine besonders heikle oder fragile Geschäftsbeziehung handelt, kann das stille Factoring unter Umständen die bessere Wahl sein.

Denn dadurch sendest du nicht ungewollt das Signal, dass du deinem Kunden vielleicht nicht vertraust und glaubst, dass er seine Rechnungen nicht bezahlt.

Zusammenfassung

Factoring ist eine interessante Finanzierungsmöglichkeit für alle, die schnell wieder liquide werden müssen. Die Vorteile sprechen dafür, sich auch in der Praxis mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Da die Auswahl an Anbietern inzwischen so groß ist, stehen die Chancen sehr gut, dass auch die ein passendes Unternehmen finden wirst, das dich unterstützt.

Nimm dir im Vorfeld unbedingt die Zeit, verschiedene Anbieter zu vergleichen, bevor du dich entscheidest – es kann hierbei um sehr viel Geld gehen.

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