Welche Crowdfunding-Plattform eignet sich für mein Projekt?

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Eines gleich vorweg: Die Anzahl der Crowdfunding-Plattformen ist wirklich groß. Hier die passende für dein Projekt zu finden – gar nicht mal so einfach.

Um dir trotzdem bei der Entscheidung zu helfen, stellen wir dir nachfolgend die größten und bekanntesten Crowdfunding-Plattformen im deutschsprachigen Raum vor.

Du solltest dich jedoch auch selbstständig detaillierter zu informieren, denn nicht jede Plattform ist für jedes Projekt geeignet.

Crowdfunding-Plattformen in Deutschland

Die größten, und damit auch bedeutendsten, Crowdfunding-Plattformen im deutschsprachigen Raum sind Kickstarter aus den USA, Startnext aus Berlin und Visionbakery aus Leipzig. Während auf Visionbakery und Kickstarter vor allem künstlerische und soziale Projekte vertreten sind, findet Startnext seine Nische im regionalen Bezug seiner Projekte. Letztendlich sind auf den Plattformen aber Projekte aller Art willkommen, solang sie etwas erschaffen, das mit anderen geteilt werden kann.

Neben den drei Großen gibt es eine Vielzahl kleinerer Crowdfunding-Plattformen, die sich auf bestimmte Nischen spezialisiert haben: von bestimmten Themen, wie Wein, Sport oder Wissenschaft bis zu verschiedenen Bezügen, wie gemeinnützig, persönlich oder lokal relevant – die meisten Ideen haben inzwischen ihren eigenen Marktplatz. Manche dieser kleineren Seiten, sind größeren Crowdfunding-Plattformen untergliedert – so wickelt beispielsweise Ploppster seine Projekte über Startnext ab.

Startnext

Startnext will Gründer und Erfinder die Möglichkeit geben ihre Ideen zu verwirklichen. Die Berliner sind inzwischen die größte Crowdfunding-Plattform im deutschsprachigen Raum und gelten daher als eine der ersten Anlaufstellen für Crowdfunding-Projekte. Auf dieser Plattform können vor allem Projekte mit einem starken regionalen Bezug auf Erfolge hoffen, denn bei Startnext suchen Crowdinvestoren oftmals ganz gezielt nach Kampagnen aus ihrer Stadt oder Region.

Üblicherweise dürfen sich Unterstützer für ihren Beitrag ein kleines Dankeschön aussuchen, sie können ein Projekt aber auch mit einem freien Betrag unterstützen. Die versprochenen Beträge werden auf den Kreditkarten der Unterstützer vorgemerkt und nur eingezogen, wenn das Finanzierungsziel erreicht wird, ansonsten fließt kein Geld – das nennt sich das Alles-oder-Nichts Prinzip. Startnext finanziert sich übrigens auch nach dem Crowdfunding Prinzip. Die Projektinitiatoren bestimmen selbst, mit wieviel Prozent der ihrer gesammelten Summe sie die Plattform unterstützen möchten.

Visionbakery

Visionbakery ist, wie Startnext, eine Crowdfunding Plattform “Made in Germany” und hat ihre Wurzeln im sächsischen Leipzig. Wer sich für diese Plattform entscheidet, ist oftmals im künstlerischen oder sozialen Kontext anzusiedeln. Allerdings muss auch betont werden, dass Visionbakery keiner expliziten Spezialisierung unterliegt und hier grundsätzlich alle Projekte willkommen sind.

Auch hier hat jedes Projekt einen festgelegten Finanzierungszeitraum (maximal 55 Tage). Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, erhalten alle Unterstützer ihr Geld zurück. Ist eine Kampagne erfolgreich, gehen 10% der angestrebten Projektsumme und 1,9% Transaktionskosten an VisionBakery.

Kickstarter

Bei Kickstarter, einer Plattform aus den USA, geht es darum die Finanzierung kreativer Projekte möglich zu machen. Dabei sollen die Projektinitiatoren völlig unabhängig bleiben und die volle Kontrolle über ihr Projekt behalten. Die Plattform ist offen für alle Projekte und ermöglicht der Crowd Investitionen im extrem kleinen Rahmen. Es ist nur wichtig, dass bei den Projekten etwas erschaffen wird, das mit anderen geteilt werden kann.

Ist zum Ende des Finanzierungszeitraums das Funding-Ziel nicht erreicht, wird kein Geld ausgezahlt – Kickstarter funktioniert also ebenfalls nach dem Alles-oder-Nichts Prinzip. Die Plattform ist wie Startnext und Visionbakery ein klassisches Beispiel für reward-based Crowdfunding.

Wemakeit.com

Wemakeit richtet sich an Menschen, die innovative und kreative Projekte umsetzen oder unterstützen wollen. Das kann die Entwicklung einer App, die Veröffentlichung eines Kochbuchs oder die Gründung eines Startups sein. Die Plattform wurde 2012 von Kommunikationsberaterin Rea Eggli, dem Künstler Johannes Gees und dem Interaction Designer Jürg Lehni in der Schweiz gegründet und ist inzwischen eine der größten Crowdfunding-Plattformen Europas.

Projektinitiatoren haben Zugang zu einer Community von 150 000 Newsletter-Abonnenten, bekommen eine Beratung durch das wemakeit-Team und können sich darauf verlassen, dass zugesagte Gelder wirklich ankommen, weil wemakeit die Beträge sofort bei den Spendern abbucht.

Erreicht oder übertrifft ein Projekt das Finanzierungsziel, werden die Beträge abzüglich 10% Service- und Transaktionsgebühr ausbezahlt. Wird das Finanzierungsziel dagegen nicht erreicht, geht das gesammelte Geld an die Unterstützer zurück.

99 Funken

99 Funken ist eine Initiative regionaler Sparkassen. Ihr geht es darum regionale Wirtschaft, kulturelle Vielfalt und soziales Miteinander zu stärken, daher können auf dieser Crowdfunding-Plattform Privatpersonen, Vereine und Institutionen regional relevante Projekte für die Schwarmfinanzierung vorstellen. Ein Projekt, das auf 99 Funken beworben werden soll, muss also in eine der folgenden Kategorien einzuordnen sein: Stadt- /Regionalentwicklung, Veranstaltung, Kunst & Kultur, Bildung, Wissenschaft, Tier- / Umweltschutz, Sport, Landwirtschaft, Soziales.

Die Mindestzielsumme beträgt dabei 500 Euro, seit März 2020 temporär 250 Euro. Auch diese Crowdfunding-Plattform funktioniert nach dem Alles-oder-Nichts Prinzip, wird das Fundingziel also nicht erreicht, bekommen die Unterstützer ihr Geld zurück.

Steady

Steady ist eine Plattform, die sich an die Macher kreativer Projekte wie Podcasts, Videos oder auch Open-Source Code richtet. Wer bereits eine kleine Community hat, die bereit ist ihren Lieblings-Content Creator zu unterstützen, kann auf Steady ein eigenes Abo-Modell für seine Unterstützer:innen entwerfen – mit frei wählbaren Preisen und Laufzeiten, einer Paywall für bestimmte Inhalte, etc. Im nächsten Schritt wird das Steady-Projekt in die eigene Website eingebaut (dafür gibt die Plattform detaillierte Anweisungen), du kannst aber auch auf deinen Social-Media-Kanälen darauf verlinken.

Steady bietet darüber hinaus noch einige andere nützliche tools, wie zum Beispiel monatliche Abrechnungen, persönlichen Support und Zugriff auf Echtzeit-Statistiken und Mitgliederdaten deiner Abonnenten.

EcoCrowd

EcoCrowd ist die Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte. Sie wurde von der Deutschen Umweltstiftung ins Leben gerufen und richtet sich an Menschen, etwas für unsere Umwelt tun wollen – sei es als Projektinitiator mit einer eigenen nachhaltigen Idee oder als Teil der Crowd, mit finanziellen Mitteln.

Die Projekte auf EcoCrowd laufen über das Modell flexibles Funding – wird also das Finanzierungsziel bis zum Ende der Finanzierungsphase nicht erreicht, erhält der Projektinitiator/die Projektinitiatorin trotzdem sein Geld und jede*r Unterstützer*in sein/ihr Tauschgut.

So konnte sich, zum Beispiel, der Summtgarter Imker aus Stuttgart neue Lastenfahrräder leisten und in Schöppingen konnte eine Windkraft-Kunst-Installation realisiert werden, die dann sogar den hochdotierten Allianz-Umweltpreis gewonnen hat.

Ploppster

Die Plattform mit dem passenden Namen Ploppster hat sich auf Crowdfunding-Kampagnen für Wein spezialisiert. Ihren Anfang nahm die Plattform 2009 als die „Deutsche Wein-Entdeckungsgesellschaft“. Die Idee dahinter: Jedes Jahr wird ein einziger neuer Wein produziert, den es so vorher noch nie gab. Die Kunden verpflichten sich, jährlich 3-12 Flaschen zu kaufen, wissen dabei aber weder welcher Winzer den Wein erzeugt noch auf welchen Wein sie sich freuen dürfen. Der erste Wein, der so produziert und verkauft wurde, hieß „Neumond“ und kostete 28€. Dieses Jahr wird er auf ebay für 1.190 € angeboten.

Aus diesem Geschäftsmodell ist Ploppster entstanden. Jetzt unterstützt die Plattform ausgewählte Projekte verschiedener Winzer und gibt Weinliebhabern die Möglichkeit sich persönlich ins Winzerhandwerk einzubringen, indem sie sich an Projekten, die sie überzeugen, finanziell beteiligen. Das Funding selbst wird über startnext.com organisiert. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, geht das Geld an die Unterstützer zurück.

Spieleschmiede

Die Spieleschmiede ist ein Bereich der Spiele-Offensive.de und wurde von Fans für Fans geschaffen um Spiele, die Verlage nicht produzieren wollen, weil sie als unwirtschaftlich eingestuft werden, über Crowdfunding realisieren zu können.

Unterstützer können mit einem Gratisexemplar des Spiels und Bonusmaterial rechnen. Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, geht das Geld and die Unterstützer zurück.

Fairplaid

Fairplaid unterstützt Sportvereine, Mannschaften und einzelne Athleten dabei ihre Leidenschaft auszuleben. Die Sport-Crowdfunding-Plattform will erreichen, dass Sportler ihre Ziele verfolgen können ohne dabei von finanziellen Hürden aufgehalten zu werden.

Auf fairplaid kann daher mit einer eigenen Projektseite für verschiedenste Vorhaben Geld gesammelt werden, vom neuen Equipment, über die Wettkampfteilnahme, bis hin zum neuen Sportplatz. Unterstützer können innerhalb eines festgelegten Zeitraums spenden und sich dafür eine Prämie aussuchen. Das Finanzierungsmodell läuft nach dem „Alles-oder-Nichts“ – Prinzip, kommt also die angestrebte Summe im vorgegebenen Zeitraum nicht zusammen, bekommen die Unterstützer ihr Geld zurück. Den Projektinitiatoren entstehen keine Kosten.

I care for you

I care for you ist die erste Schweizer Crowdfunding-Plattform für rein soziale und humanitäre Projekte. Hilfswerke, gemeinnützige Organisationen und engagierte Privatpersonen können ihr Projekt auf der Plattform vorstellen und so Beiträge von Spendern sammeln. Das Team von I care for you bietet außerdem allen Projektinitiatoren eine individuelle Betreuung an.

Bei dem Finanzierungsmodell von I care for you sichern Unterstützer die Summe, die sie bereit sind zu spenden, per Kreditkarte zu. Das gesammelte Geld wird dabei aber nur an die Projektinitiatoren ausbezahlt, wenn das Finanzierungsziel in der vorgegebenen Zeit erreicht wird. Passiert dies nicht, werden die versprochenen Beträge der Spender:innen nicht eingezogen.

GofundMe

GofundMe ist eine Plattform auf der Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen Spenden für persönliche Zwecke sammeln können. Dabei kann es darum gehen einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren, eine Operation für das Haustier zu bezahlen oder Geld für eine Weiterbildung zu sammeln. Es können auch Kampagnen für Freunde, Familie oder sogar fremde Personen gestartet werden.

Auf GofundMe gibt es keine zeitliche Beschränkung für Kampagnen, Sammler:innen können ihre Spendenaktion so lang online lassen, wie sie möchten – auch über Erreichen des Spendenziels hinaus. Wird das Spendenziel nicht erreicht, behalten sie die Summe, die sie gesammelt haben. Auch nach Erreichen des Spendenziels kann noch weitergesammelt werden.

Fazit

Allen Crowdfunding-Plattformen gemein ist der Anspruch ein Projekt nicht in Erwartung einer finanziellen Rendite zu unterstützen, sondern weil man eine Idee realisiert sehen möchte oder einen guten Zweck fördern will. Dabei gibt es oftmals kleine Belohnungen für die Unterstützer, zum Beispiel Bonus-Material bei einem Spiel, erstes Zugriffsrecht auf das Produkt, Rabatt auf bestimmte Leistungen, etc.

Auch beim Finanzierungsmodell ähneln sich die Plattformen enorm: Für gewöhnlich wird das „Alles-oder-Nichts“-Prinzip genutzt, das heißt es fließt nur Geld, wenn das Finanzierungsziel einer Kampagne im vorgegebenen Zeitrahmen erreicht wurde. Nur EcoCrowd und GoFundMe setzen auf flexible Finanzierung, und zahlen das Geld aus, egal ob das Finanzierungsziel erreicht wurde oder nicht und Steady macht es mit seinem Abomodell ganz anders.

Wir können letztendlich nur empfehlen von der Vielfalt der Plattformen Gebrauch zu machen, zu vergleichen und so die Richtige für das eigene Projekt zu finden. Jede Plattform hat ihre eigenen Vorteile. Auf den kleinen, spezialisierten Plattformen kannst du deine Idee zielgerichtet den Menschen vorstellen, die sich auch dafür interessieren, bei den großen Plattformen profitierst du von deren Reichweite und Netzwerk und bei wieder anderen Plattformen hilft dir der regionale Bezug Menschen von deinem Projekt zu begeistern.

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