Nagelfolien Startup
Wie geht es dir nach einem Jahr Miss Sophie’s, Sophie Kühn?

Sophie Kühn gründete nach ihrem Studium in Berlin und Südfrankreich das Nagelfolien Startup Miss Sophie’s.

Wie sie auf die Idee gekommen ist und welches Problem schon zwei Monate nach Gründung auftrat, liest du in folgenden Interview.


Hallo Sophie, bitte stelle dich unseren Lesern vor.

Ich bin Sophie, 26 Jahre alt und die Gründerin von Miss Sophie’s. Geboren und aufgewachsen in Berlin, war ich schon immer begeistert vom Reisen und habe jede Chance genutzt, neues kennen zu lernen und so viel wie möglich von der Welt zu sehen.

Als ich während meines BWL-Masters ein Auslandssemester in Südfrankreich absolvierte, bin ich auf eine Idee gekommen, die später in unserem Startup resultierte.

Vor über einem Jahr hast du Miss Sophie’s gegründet. Was verbirgt sich hinter diesem Namen?

Miss Sophie’s ist ein Berliner Startup, das innovative Nail Wraps designed, entwickelt und vertreibt. Getreu unserer Mission Simply Sophisticated kreieren wir Nagelfolien, mit denen man die Trends von morgen schon heute auf den Fingernägeln trägt.

Ob als Akzentnagel, im Mix-Match oder als Full Look – unsere Nail Wraps verleihen jedem das ganz besondere Fingerspitzengefühl!

Sophie Kühn

Sophie Kühn

Wie bist du auf die Idee, Nagelfolien statt Nagellack zu benutzen, gekommen?

Die Idee für Miss Sophie’s entstand, als ich während meines Auslandssemesters in Südfrankreich mit meinen Freundinnen oft am Strand war. Nagellack hatte in der Kombination mit Salzwasser und Sand keine Chance und blätterte uns am selben Tag ab.

So recherchierte ich und entwickelte unsere Nagelfolien, die immer weiter verbessert und getestet wurden, bis ich zufrieden war. Die Lösung: Die innovativen Nail Wraps halten länger als Nagellack und haben neben klassischen Farben auch stylische Designs, die man nicht mal schnell selbst auf die Nägel pinselt!

Nach deinem Studium hast du dich direkt selbstständig gemacht. Wie kam es zu diesem Entschluss und hast du eine Festanstellung nie als Alternative gesehen?

Mir kam die Idee für mein Startup während meines Masters und seitdem wollte ich sofort loslegen und meine Zeit nicht mit einer Festanstellung „vergeuden“.

Ich habe während meines Studiums bereits in der Energiebranche gearbeitet und viel Arbeitserfahrung in mittelständischen Unternehmen gesammelt. Das war mir jedoch nie genug und ich wollte schnell mehr Verantwortung übernehmen und wichtigere Aufgaben erledigen. Somit war der Zeitpunkt nach dem Studium perfekt! Außerdem ist der Lebensstil eines Startuppers sehr ähnlich wie der vom Studenten – man muss sich selber organisieren und disziplinieren und in den Nächten und an Wochenenden arbeiten anstatt auszugehen.

Rückblickend betrachtet war es die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. In dem ersten Jahr nach unserem Launch habe ich so viel gelernt wie vorher noch nie in so kurzer Zeit. Die Erfahrungen ziehen sich durch alle Bereiche von fachlichen Themen wie IP- und Markenrecht und E-Commerce bis hin zu persönlichen Entwicklungen wie zu priorisieren und zu fokussieren.

Welche Probleme sind bei dir in deinem ersten Jahr als Unternehmerin aufgetreten und wie konntest du diese lösen?

Bereits zwei Monate nach Gründung sind die ersten rechtlichen Probleme aufgetreten, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Ein großer deutscher Discount Supermarkt hat einen Widerspruch gegen unsere Marke eingereicht und forderte, dass wir unsere Marke und Produkte mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Das war für mich persönlich eine ganz neue Art des Angriffs, mit der ich erst einmal klar kommen musste.

Aber Dank meiner stets optimistischen Kollegen und einem starken Netzwerk war uns schnell klar, dass wir unseren Namen nicht aufgeben wollten. So konnten wir uns mit dem Anspruchssteller außergerichtlich einigen und die Klassifikation unserer Marke anpassen. In den folgenden drei Monaten habe ich viele Anwälte gesprochen und bin um einiges schlauer geworden, was das deutsche und europäische Markenrecht angeht.

Wie kann ich mir eine Bestellung praktisch vorstellen? Angenommen, ich bestelle auf eurer Webseite ein Set Nagelfolien – was geschieht danach, bis die Nagelfolien bei mir zuhause ankommen?

Die Bestellungen werden momentan noch von uns selber abgewickelt. Darauf legen wir sehr viel wert und so wird jedes Produkt von uns in farbigem Seidenpapier eingepackt. Zusätzlich erhält jeder Kunde eine individuelle und handgeschriebene Grußkarte. Die persönliche Note von Miss Sophie’s und Individualität sind wichtige Unternehmenswerte und werden von unseren Kunden sehr geschätzt.

Die Produkte werden in unseren schwarzen, eleganten Versandtaschen verschickt, sodass die Bestellungen in den Briefkasten geliefert werden und zum Entgegennehmen der Ware kein lästiges Warten auf den Paketdienst erforderlich ist. Unsere Kunden teilen uns mit, dass sie gern bei uns bestellen, weil man die Mühe und Liebe des individuellen Verpackens spüre und sie sich selber etwas Gutes tun möchten.

Wie bereits gesagt, ist deine Firma nun über ein Jahr alt. Welche Zukunftspläne hast du mit Miss Sophie’s?

Unser Beauty Label startete als klassisches E-Commerce. Nach dem ersten Jahr erfolgreicher Durchsetzung auf dem DACH Markt, arbeiten wir an unserer Ausweitung in den stationären Handel.

Mir ist besonders wichtig, dass die Marke offline stärker wahrgenommen wird. Ich glaube zwar an den stetigen Wachstum des Online-Handels, jedoch ist die Macht des stationären Handels in unserem Markt nicht zu unterschätzen. Allein für das Brand Building ist es wichtig, dass wir in den großen Deutschen Städten an Sichtbarkeit gewinnen. Viele unserer Kunden fragen uns oft, wo man unsere Produkte denn offline kaufen kann, um sich von den Produkten und besonders den einzelnen Designs zu überzeugen.

Außerdem haben wir vor kurzem den Online-Versand in alle europäischen Länder gelauncht und möchten uns in diesem Jahr besonders auf die Märkte UK und Skandinavien stürzen. Für den weiteren Zeitverlauf planen wir neben vielen neuen Designs auch einige neue Produkte mit ins Sortiment zu nehmen. Es bleibt also spannend!

Zum Abschluss: Welche Tipps möchtest du angehenden Gründern auf den Weg geben?

Nach unserem einjährigen Bestehen kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es für alles eine Lösung gibt und man sich nicht unterkriegen lassen sollte. Das letzte ist meist schwerer gesagt als getan, aber bei mir hat es sich automatisch eingestellt, dass ich mich nicht mehr lange über Probleme oder dessen Ursprung aufrege, sondern mich eher auf die Lösung konzentriere.

Außerdem ist es hilfreich, sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Das hat mir bei vielen Entscheidungen geholfen. Besonders in der Startup-Szene denken viele, sie wissen besser, wie man vorgehen sollte und wollen einem Ratschläge oder ähnliches erteilen. Ich bin jedoch oft damit besser gefahren auf meinen eigenen Verstand zu vertrauen.

Eines meiner Lieblingszitate stammt von Ben Horowitz und lautet „As a startup CEO, I slept like a baby. I woke up every 2 hours and cried.“ Das spiegelt das Unternehmertum wirklich perfekt wider – es gibt viele Hochs und Tiefs. Natürlich gibt es Rückschläge oder harte Zeiten, die überbrückt werden müssen. Aber genau in diesen Momenten gilt es, sich daran zu erinnern, warum man angefangen hat und sich immer wieder zu motivieren, weiter zu machen. Denn es gibt kein besseres Gefühl, als für das eigene Startup zu arbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch Sophie.

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