Space Wallets als Alternative zum Portemonnaie
Was ist das besondere am Geldbeutel von Space Wallet, René Seppeur?

Das Bayreuther Startup Space Wallet GbR verfolgt die Vision, mit einer Mini-Alternative zum klassischen Portemonnaie die Geldbeutellandschaft zu „revolutionieren“. Tatsächlich sind die stylischen Space Wallets sogar bereits bei Intersport erhältlich.

Im Interview mit Anne Schwerin berichtet Gründer René Seppeur über seine ersten großen Schritte als junger Unternehmer.


Hallo René, danke, dass du dir Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Bevor wir zu euren Space Wallets kommen, stell dich unseren Lesern bitte kurz persönlich vor.

Hi Anne, ich habe zu danken. Ich bin René Seppeur aus Oberfranken und studiere derzeit BWL in Bayreuth.

Während des letzten Semesters habe ich zusammen mit meinem Kumpel Matthias Groo das Startup Space Wallet ins Leben gerufen, da uns auffiel, wie rückständig die Geldbeutelwelt hierzulande ist.

Wir arbeiten neben dem Studium an diesem Projekt, was einerseits herausfordernd ist, auf der anderen Seite aber auch Spaß macht und unglaubliche Erfahrungen mit sich bringt.

René Seppeur

René Seppeur

Eine Frage, die sich sicher alle stellen, die den Space Wallet noch nicht selbst in der Hand hatten: Fällt da nichts heraus?

Der Space Wallet besteht aus einem exklusiven elastischen Band und einem einseitig geschlossenen Lederfach aus echtem Lamm-Nappa. Das Band hält sowohl eine Karte als auch 15 absolut sicher, ohne dabei auszuleiern.

Scheine lassen sich zu den Karten oder direkt in das Lederfach stecken. Hier passen auch einige Münzen hinein, die ab einer gewissen Kartenanzahl aufgrund der Spannung auch zur offenen Seite nicht herausfallen.

Außerdem kann man weitere Dinge wie Visitenkarten, IPod oder USB-Stick einfach mit in eines der beiden Fächer klemmen.

Für die Produktion eurer Wallets fallen einige Kosten an. Wie habt ihr die Finanzierungsfrage gelöst? Hattest du zu Beginn Unterstützung durch deine Familie oder Bekannte?

Die Anfangsinvestitionen haben mein Mitgründer Matthias und ich durch Ersparnisse gemeinsam gestemmt. Weitere Folgeinvestitionen wurden und werden durch die Einnahmen aus dem Verkauf und durch einen Investor getragen, der seit kurzem im Boot ist.

Siehst du als junger Unternehmer dein Alter eher positiv oder eher negativ?

Der einzige Nachteil als Jungunternehmer ist der, dass man eventuell im b2b-Bereich weniger ernst genommen wird als ein erfahrener Unternehmer. Am Telefon macht das meine relativ helle Stimme nicht gerade einfacher. Aber man muss sich am Anfang eben beweisen und durchsetzen, das ist normal und altersunabhängig. Auf der anderen Seite haben Leute auch oft Respekt davor und sind sehr bereit, die ganze Sache zu unterstützen.

Hast du Tipps, die du aus deinen bisherigen Erfahrungen anderen jungen Unternehmern mit auf den Weg geben würdest?

Nutzt Kontakte aus allen Bereichen. Wozu researchen, wie man AGBs schreibt, wenn ein Bekannter schon mal AGBs geschrieben hat? Von Leuten lernen, die besser als man selbst sind, lautet die Devise. Außerdem sollte man voll von seinem Produkt überzeugt sein, sonst verliert man automatisch den Ansporn und Kampfgeist, den man braucht, um sowas aufzuziehen.

Vielen Dank bis hierher, René. Nun näher zur Space Wallet GbR – wie sieht euer Arbeitsalltag im Moment aus?

Da wir das ganze noch nicht so lange machen, bin ich selbst noch dabei, meinen Arbeitsalltag neben dem Studium besser zu strukturieren. Im Moment schreibe ich mir abends bzw. morgens die zu erledigenden Aufgaben für den Tag auf mein Whiteboard. Dort wird dann abgehakt. Im Moment ist der große Hauptbereich Akquirierung von Großkunden und Einzelhandel. Weitere Bereiche sind die Verwaltung, die Organisation rund um die neue Website, Online-Marketing und Social Media und der Versand.

Ihr habt den Verkauf eurer Wallets über den Onlineshop erst im Dezember 2013 gestartet, was war bisher euer größter Erfolg?

Der bisher größte Erfolg war die Bestellung über 200 individueller Space Wallets vom PSCHORR-Wirtshaus in München. Das wird eine Art Souvenir-Artikel, Space Wallets sind also dieses Jahr auch auf der Wies´n vertreten.

Ansonsten war das Light-the-fire-Event mit Richard Branson in Hamburg eine Riesensache, bei der wir sehr viele Geldbeutel verkauft und wertvolle Kontakte gesammelt haben. Im Bereich Einzelhandel sind wir nun in knapp 10 Geschäften in Bayreuth vertreten, darunter Sportgeschäfte wie Intersport, ein Radhaus, ein Handy-Laden, freie Tankstellen und Skaterläden. Weitere Städte werden jetzt nach und nach in Angriff genommen.

Vergleich Space Wallet mit einem herkömmlichen Portemonnaie

Vergleich Space Wallet mit einem herkömmlichen Portemonnaie

Wie ist es euch gelungen, Inhaber stationärer Geschäfte von eurem Produkt zu überzeugen? Wodurch hebt ihr euch von anderen Herstellern ab?

Die Erfolgsquote im stationären Handel ist bisher ausgesprochen gut. Ich glaube das liegt daran, dass wir den jeweiligen Inhabern klarmachen konnten, dass der Space Wallet für wirklich fast jeden Menschen Nutzen bringt, und sei es nur als Zweitgeldbeutel für Sport, Anzug oder Partys. Dies zeigen auch die verschiedenen Branchen, in denen unsere Aufsteller bereits stehen.

Ansonsten ist die Idee in Deutschland einfach neu, was ein großes Interesse gegenüber dem Produkt mit sich bringt. Die meisten Geldbeutel, die damit werben, klein zu sein, lassen einfach nur das Münzfach weg und erzeugen immer noch Beulen in den Hosentaschen. Unser Wallet ist maximal kompakt, die Karten sind durch einfaches Auffächern trotzdem leicht erreichbar.

Dazu kommt, dass die verschiedenen Designs und Styles gut aussehen, fast jeden Geschmack treffen und im Geschäft direkt das Auge des Kunden auf sich ziehen. Zu erwähnen sind hierbei auch Freunde wie Markus und Daniel, die absolute Verkaufsprofis sind und mit mir durch die Läden ziehen.

Gibt es Pläne, das Space Wallet-Prinzip auch auf andere Produkte auszuweiten? Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Wir arbeiten bereits an weiteren Varianten mit anderen bzw. neuen Funktionen. Genaue Daten gibt es dafür aber leider im Moment noch nicht. Der Fokus liegt jetzt mehr auf der Vermarktung des aktuellen Modells und weiteren Farbvarianten wie einer Glitter-Version für verrückte Partynächte, einer Veggie-Edition mit Kunstleder oder einfarbigen zum Outfit abgestimmten Modellen.

In fünf Jahren soll man intuitiv an Space Wallet denken, wenn das Wort Geldbeutel, Geldbörse oder Portemonnaie fällt. Dann natürlich mit vielen Varianten, auch auf Handys etc. ausgeweitet. Im Optimalfall habe ich dann eine ganze Crew eingestellt, perfekte Leute dafür hätte ich jetzt schon.

Wir bedanken uns für deine Zeit, René. Möchtest du noch ein Schlusswort an unsere Leser richten?

Ich bedanke mich für das Interview, klasse Arbeit, die ihr da macht. Loswerden möchte ich zunächst noch: Probiert den Space Wallet einfach mal aus. Ich verspreche euch, nach einmaliger Benutzung wollt ihr das Ding nicht mehr hergeben. Und falls doch, einfach zurückschicken.

Außerdem appelliere ich an alle potentiellen Gründer mit Ideen: Probiert es einfach aus. Gerade Konzepte, die keine Unsummen an Anfangsinvestition benötigen, sind es absolut wert. Research, testen und starten. Ganz wichtig: Testen. Wir haben im Sommer letzten Jahres beispielsweise Prototypen unserer Geldbeutel an Freunde verkauft, um zu testen, wie das Interesse ist. Die Designs, mit denen wir gestartet haben, hatten wir über Umfragen auf dem Campus ermittelt.

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