Digitale Nomaden
Interview mit Marcus Meurer von der DNX

Marcus Meurer ist ein sogenannter Digitaler Nomade. Gemeinsam mit seiner Partnerin Felicia Hargarten organisiert er die zweite Auflage der Digitalen Nomaden Konferenz DNX.


Hallo Marcus, bitte stelle dich unseren Lesern vor.

Hallo Kevin, ich bin Marcus, Gründer der DNX und freue mich aufs Interview. :-)

Du hast neben der DNX auch die Force M gegründet. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Die Force M ist eine Unternehmergesellschaft, die als Inkubator für die verschiedenen Projekte dient, die ich Gründe. Der Vorteil ist, dass man sein Business nicht über ein Einzelunternehmen laufen lässt, bei dem ich auch mit privaten Mitteln haften muss, sondern über eine Kapitalgesellschaft.

Marcus Meurer

Marcus Meurer

Kommen wir zur Digitalen Nomaden Konferenz. Ich würde zunächst gern den Begriff selbst klären, was ist ein digitaler Nomade?

Der Begriff „Digitaler Nomade“ wird auch in der Szene viel diskutiert. Für mich ist ein digitaler Nomade jemand, der orts- und zeitunabhängig arbeiten kann, diese Arbeit meist online macht und das mit seiner Reiseleidenschaft verbindet.

Ein digitaler Nomade muss aber nicht immer reisen, er kann reisen. Meist geht es digitalen Nomaden darum, dass sie die Freiheit haben selbstbestimmt zu sein.

Was ist die Digitalen Nomaden Konferenz?

Die Digitalen Nomaden Konferenz (www.dnx-berlin.de) ist eine Plattform für digitale Nomaden, angehende digitale Nomaden und Interessierte. Sie ermöglicht es, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, Herausforderungen zu diskutieren und Einblicke in die Szene zu bekommen.

Dabei dreht es sich oft um Fragen wie „Kann ich das auch?“, „Welche Skills muss ich haben?“, „Was mache ich mit der Wohnung?“, „Was mache ich mit meiner Arbeit, nehme ich ein Sabbatical, kündige ich meinen Job?“, „Muss ich noch zur Uni gehen, oder kann ich direkt digitaler Nomade werden?“, „Welche Online-Businesses gibt es?“. Diese Fragen und mehr werden auf der DNX beantwortet.

Kannst du uns noch einen weiteren Ausblick geben, ist es nur eine Konferenz, wird es auch Workshops geben? Was ist noch geplant?

Im Mai 2014 haben wir die erste DNX durchgeführt. Auf Grund des Feedbacks der Teilnehmer der ersten DNX, die gern direkt in die Umsetzung gegangen wären und auch operativ etwas starten möchten, haben wir dieses Jahr Workshops integriert, die einen Tag vor der DNX im Betahaus in Berlin stattfinden.

Wir haben auch wieder ein Pre-Event und eine Veranstaltung nach der DNX. Parallel wird der erste Kinofilm über digitale Nomaden am Donnerstagabend Premiere in Berlin haben.

Kannst du uns einen Ausblick auf die Speaker geben, welche Speaker werden auftreten?

Wir versuchen immer, Speaker mit verschiedenen Backgrounds auf die Bühne zu holen. Wir haben sowohl Speaker mit E-Commerce Hintergrund wie Christian Michaelis oder Thomas Jakel, der einer der Gründer vom IdeaCamp in Berlin ist.

Außerdem haben wir erfolgreiche Blogger wie Sebastian Canaves und Connie Biesalski dabei sowie zum Beispiel Ben Paul, der sich das Thema alternative Bildungswege auf die Fahne geschrieben hat.

Die Speaker verdienen ihr Geld Online durch verschiedenste Business Modelle. Wir werden am 04. Oktober auch ein Diskussionspanel bei der DNX haben, auf dem alle Fragen zum Thema gestellt werden können.

Felicia Hargarten und Marcus Meurer

Felicia Hargarten und Marcus Meurer

Nochmal zu dir, wie bist du zum digitalen Nomaden geworden und hast du dich damals, als du den Schritt gegangen bist, selbst als digitaler Nomade gesehen oder kam der Begriff später auf dich zu?

Zuerst bin ich den klassischen Karriereweg gegangen, habe bei StepStone im internationalen Onlinemarketing gearbeitet, war bei DailyDeal, Zanox und 1000Jobbörsen. Inspiriert durch das Startup Umfeld in Berlin wurde ich immer mehr motiviert etwas Eigenes zu starten und meine eigenen Projekte anzuschieben.

Die logische Konsequenz war, dass ich 2012 gekündigt habe und meine eigene Firma gegründet habe. Da war aber noch nicht klar, dass es in Richtung Online-Entrepreneurship geht, sondern erstmal war die Idee, Onlinemarketing Consulting anzubieten.

Anfang 2013 bin ich auf die erste längere Reise nach Asien gegangen und habe dort von unterwegs gearbeitet, ohne mich jedoch näher mit dem digitalen Nomadentum beschäftigt zu haben.

Es war eher so, dass ich da reingerutscht bin und gemerkt habe, dass man von unterwegs produktiv arbeiten kann. Ich bin dann zurück nach Berlin gekommen und habe dann erst realisiert, dass ich in der Szene angekommen bin. Hier habe ich dann andere digitale Nomaden kennengelernt und mich mit diesen vernetzt. Wer mehr über mich erfahren möchte, kann das auf meiner Webseite tun.

Wenn man das liest, kann man natürlich Lust selbst auch Lust bekommen, digitaler Nomade zu werden. Was sind deine Tipps für angehende digitale Nomaden?

Ganz wichtig ist es, sich mit Menschen zu connecten die so ticken wie du. Die entweder den Lifestyle schon leben oder sich mit dem Thema befassen. Menschen von außen versuchen oft die Idee vom ortsunabhängigen Arbeiten auszureden. Dem zu widerstehen kann auf Dauer ganz schön hart sein.

Deshalb ist es wichtig, sich mit like-minded-people zu umgeben. Es gibt Plattformen im Internet wie die Digitale Nomaden Community unter digitalenomaden.net, es gibt die DNX und es gibt regelmäßige Meetups zum Thema.

Zweitens muss man sich im Klaren sein, dass man den Lifestyle zu 100 Prozent leben möchte, nebenbei ein halber digitaler Nomade sein aber trotzdem noch nach anderen Werten zu streben, wie ein großes Auto oder einer Konzernkarriere, geht meistens nicht.

Digitale Nomaden sind meistens auch Idealisten oder leben minimalistisch. Dies befreit den Geist, es macht einen dynamischer, flexibler und man kann leichter die Orte wechseln. Von daher hilft es, wenn man seine eigenen Verträge überprüft und schaut, was ich wirklich noch an Besitz brauche.

Vielen Dank für das Gespräch Marcus.

Bilder: Peter Newels, PEN Fotografie

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