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Interview mit Michaela Lehr – Mitgründerin von Geil, Danke! GmbH

Michaela Lehr erzählt, wie sie zum Gründen gekommen ist und wie sie zum ungewöhnlichen Unternehmensnamen Geil,Danke! GmbH gemkommen ist.


Hallo Michaela, wie geht es dir, stelle Dich bitte kurz vor.

Hi! Es geht mir trotz des tristen Wetters sehr gut, vielen Dank! Ich bin Michaela, 28 Jahre alt und wohne seit sechs Jahren in Berlin. Ursprünglich bin ich in die Hauptstadt gezogen, um mein Studium zu beenden. Nun bin ich hier geblieben und führe als Co-Founder und zweiter Geschäftsführer meine Geil,Danke! GmbH.

Wunderbar, nun klären wir für die Leser erst einmal unsere 7 Basics.

Wie und wann bist du zum Unternehmertum gekommen?

Ich arbeitete schon während des letzten Jahres meines Studiums freiberuflich. Als ich dann vor zwei Jahren meinen Abschluss machte, stellte ich fest, dass ich mit ein klein wenig mehr Mühe und Zeitinvestition gut davon leben könnte. Diese Herausforderung stachelte mich an und anstelle eines festen Arbeitsplatzes suchte ich weitere Kunden. Von da an arbeitete ich für circa ein Jahr als Freelancer und knüpfte wertvolle Kontakte.

Als mein Freund und Co-Founder Richard Brammer und ich feststellten, dass wir uns als Designer und Webentwickler prima ergänzen und in dieser Kombination genau das verwirklichen konnten, worauf wir beide Lust hatten, gründeten wir unser Unternehmen. Bis vor ein paar Monaten waren wir noch eine UG, seit März sind wir eine GmbH.

Foto Michaela Lehr

Gab es finanziellen Rückhalt von der Familie oder Bekannten beziehungsweise Verwandten – oder wie hast du alternativ das Problem der Finanzierung gelöst?

Heute nicht mehr, aber meine Eltern haben mich vor allem während meines Studiums und dem Anfang meiner freiberuflichen Tätigkeit finanzielle unterstützt und dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar. Außerdem haben mich nette Verwandte bei der Umfirmierung zur GmbH unterstützt und mir ihr Vertrauen geschenkt. Das macht mich stolz.
Die größte Unterstützung erfolgte aber, so denke ich, schon während meiner Kindheit, als man mir vorgelebt hat, dass einem auch die Selbstständigkeit keine Sorgen bereiten muss, wenn man nur sorgfältig, zuverlässig und moralisch richtig handelt.

Hast du den Schritt zum Unternehmertum jemals bereut?

Nein. Und ich bin guten Mutes, dass das so bleibt. Vor allem, weil ich regelmäßig feststelle, dass ich eine Festanstellung schon oft bereut hätte.

Was für Beweggründe hattest du und haben sie sich geändert?

Meine Gründe, die Selbstständigkeit zu bevorzugen sind sehr simpel und beinah hedonistischer Natur: Wir arbeiten alle acht Stunden täglich, viele Menschen arbeiten mehr. Ich sah und sehe es nicht ein, ein Drittel des Tages mit Tätigkeiten als Mittel zum Zweck zu verbringen und etwas zu tun, das mich nicht voll ausfüllt.

Seitdem wir andere großartige Menschen angestellt haben, gibt es natürlich weitere Beweggründe: Ich trage nun bei allen Entscheidungen, die ich im Namen des Unternehmens treffe, eine Verantwortung für das Wohl des Unternehmens und somit für das Wohl meiner lieben Kollegen. Das spornt mich noch mehr an, als die reine Freelancer-Tätigkeit.

War dein Alter für dich eher eine Behinderung oder gar ein Pusheffekt?

Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nicht nachgedacht. Es fällt mir zwar oft auf, dass ich bei Treffen mit Partnern und Kunden zu den Jüngsten gehöre, aber ich denke im Endeffekt kommt es immer nur darauf an, dass man weiß, was man kann, nicht kann oder noch lernen möchte.

Was würdest du als Vorteil und was als Nachteil deines Alters nennen?

Vielleicht ist Neugierde, Risikobereitschaft und die Lust darauf, Neues zu lernen und besser zu werden, etwas das man öfter bei jüngeren Menschen antrifft. Allerdings vereinfachen solche Aussagen die Wahrheit und erschaffen Klischees. Ich konnte bisher beispielsweise nicht feststellen, dass man mich aufgrund meines Alters oder Geschlechts nicht ernst nimmt.

Welche Tipps würdest du aus deinen ganz persönlichen Erfahrungen jungen Gründern mit auf den Weg geben wollen?

Sprecht miteinander, gebt auch mal ein Geheimnis preis und teilt euer Wissen. Um unseren Kunden die besten Ergebnisse zu liefern, müssen wir uns stark vernetzen und uns austauschen. Unsere Konkurrenz sind heutzutage nicht mehr Marktbegleiter, sondern vor allem ökologische, politische und wirtschaftliche Krisen. Diese kann man nur im Team überstehen. Vor allem, weil die Branche nur funktioniert, wenn wir Ergebnisse liefern, die unsere Kunden und damit Gesellschaft weiter bringen.

Vielen Dank bis hierher Michaela, was genau macht ihr bei der Geil,Danke! GmbH Mobile Publishing?

Wir erstellen Magazine und Publikationen für Tablets und Smartphones. Dazu gehören beispielsweise Editorial- und Interaction-Design, Web- und Userinterface-Design und Web- und App-Development. Als Studio arbeiten wir in diesem Gebiet für Verlage und Agenturen, aber auch an unseren eigenen Projekten.

iPad-iPhone

Wie seid ihr auf den doch ungewöhnlichen Namen eurer Gründung gekommen? Habt ihr etwas mit der MenschDanke GmbH zu tun? Der Name klingt sehr ähnlich?

Nein, das ist wohl Zufall. Und du bist übrigens der Erste, der mich auf die Ähnlichkeit aufmerksam macht. Der Name Geil,Danke! entspringt unserem privaten Umfeld und existiert in meinem Kopf viel länger, als die GmbH. Ich sagte oft scherzhaft, ich glaube sogar noch als Werkstudent, dass meine eigene GmbH mal so heißen solle. Vor allem, weil wir alle die Worte schon einmal ohne darüber nachzudenken ausgerufen haben, wenn wir uns über irgendwen oder irgendetwas besonders gefreut haben. So sollen sich unsere Kunden jederzeit fühlen.

Welche Kunden hattet ihr schon?

Großartige! Begonnen haben wir mit unserem Partner und Herausgeber des elektrospieler Magazins, der Agentur Ratz. Bis heute können wir das Axel Springer Mediahouse Berlin – für das wir an der iPad-Ausgabe des Roling Ston arbeiten – IDG, Condé Nast, Computec Media, edenspiekermann, W.A.F., Publish Partner und einige weitere Agenturen beziehungsweise Verlage hinzuzählen. Es macht Spaß für erfolgreiche Auftraggeber mit den besten Menschen einer Branche zusammenzuarbeiten.

Wo soll es in Zukunft mal hingehen? Welche neuen Projekte stehen an?

Im Moment arbeiten wir so viel wie möglich an unserem eigenen Projekt CRATE, das bald das Licht der Welt erblicken wird. Wer Interesse hat, kann sich gern unter www.crate-magazin.de/spielst-du-apps darüber informieren. Zukünftig möchten wir weiter zusammen mit unseren Auftraggebern daran arbeiten, ihre Publikationen zu den besten Zeitschriften für Tablets und Smartphones zu machen. Eine gute Balance zwischen beiden Bereichen ist unser Ziel.

Dann bedanken wir uns bis hierher erst einmal für deine Zeit Michaela. Möchtest du unseren Lesern zum Schluss noch etwas auf den Weg geben?

Ich möchte mich für eure Aufmerksamkeit und euer Interesse bedanken. Meine eigene Erfahrung bestätigt mir: Seid freundlich, ehrlich und zuverlässig. So werdet ihr ernstgenommen und dürft auch über schwierige Dinge sprechen oder negative Kritik äußern, ohne dass man es euch persönlich übel nimmt.

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1 Kommentar

  1. Papa

    Liebe Michig,

    Einfach geil!

    Danke.

    Papa

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