Gastbeitrag
DIY: So funktioniert Webentwicklung im gebootstrappten Startup

Keine Zeit, kein Plan, keine Ressourcen?! Kein Problem! Unsere Methode richtet sich vor allem an kleine Teams mit wenig Projekterfahrung.

Wir zeigen dir, wie du dein Vorhaben praxisnah mit einem Team von 1-5 Leuten umsetzen kannst. Dazu stellen wir dir auch konkrete Tools vor, wie zum Beispiel Asana und Everhour.

Der Anfang

Campusjäger ist ein komplett gebootstrapptes Startup, das heißt: Keine Finanzierung von außen und somit (noch) kein großes Entwicklerteam. Webentwicklung habe ich mir erst mit dem Start von Campusjäger beigebracht – learning by doing.

Knappe Ressourcen sind aber eine Chance, die jeder ergreifen sollte! Du arbeitest automatisch fokussiert, effizient und optimierst stets deine eigenen Prozesse – vor allem wenn du zwei Mitgründer im Nacken sitzen hast, die auf neue Features und Verbesserungen warten, weil Sie das Produkt jeden Tag nutzen.

Produktentwicklung war bei uns also von Anfang an Teamsache. Mit Hilfe von Asana, einem Tool zum Projektmanagement, organisierten wir das ganze Feedback und all unsere Produktideen. Einzelne Aufgaben können als Tasks einem oder mehreren Mitarbeitern zugewiesen werden, so dass jeder genau weiß, was er zu tun hat. Quasi wie eine To-Do-Liste, nur professioneller.

Nach und nach entstand daraus unser Backlog mit Priorisierung, thematischen Tags und Time-Tracking.

Ohne Team läuft nichts

Mit der Zeit wurden wir größer und die anderen Abteilungen interessierten sich immer weniger für die konkrete Taskplanung im Entwicklungsbereich. Feedback und gemeinsam abgestimmte Ziele sind dennoch wichtig. Die Kommunikation musste also leicht und flexibel sein, nur eben nicht mehr so detailverliebt.

Daher verwenden wir zusätzlich zu unserem offenen Backlog (in den nach wie vor jeder Mitarbeiter seine Ideen eintragen kann) eine Roadmap mit den wichtigsten konkreten Milestones, also Sammlungen von Tasks zu einem Thema (wie z.B. ein internes CRM).

Was enthält nun so ein Task?

Die Priorisierung

Wir verwenden intern das Eisenhower-Prinzip.

Aufgaben werden in eine von vier verschiedenen Kategorien eingeteilt: 1) wichtig und dringend, 2) wichtig, aber nicht dringend, 3) nicht wichtig, aber dringend und 4) nicht wichtig und nicht dringend.

So ist immer klar, was als nächstes auf dem Plan steht.

Der Typ der Aufgabe

Handelt es sich um einen Bug? Ist es ein Verbesserungsvorschlag (Improvement) oder ein Feature? Muss etwas getestet werden? Je nachdem wer sich darum kümmert, weiß sofort, was Sache ist.

Hier kannst du natürlich beliebig viele Typen erstellen. Wichtig ist, dass es übersichtlich und verständlich ist.

Das Skillset

Nicht jeder verfügt über die gleichen Programmierkenntnisse und im besten Fall deckst du mit deinem Team ein breites Spektrum ab.

Klar sollte aber sein, welche Aufgabe welche Fähigkeiten beansprucht. So findet sich schnell der passende Entwickler für den Task.

Stakeholder

Wer hat Interesse an diesem Task? Wer hat etwas dazu zu sagen? Hier werden alle relevanten Personen als sogenannte Follower ins Boot geholt und haben nun die Möglichkeit, den Fortschritt im Auge zu behalten und sich zu äußern.

Zeit

Davon kann man nie genug haben.

Asana bietet die Möglichkeit, den Aufwand einzelner Tasks zu summieren. So behältst du immer den Überblick über die Kapazitäten deines Teams. Ganz praktisch ist in diesem Zusammenhang auch Everhour. Das Tool lässt sich mit Asana verbinden und misst die Zeit, die für einzelne Tasks aufgewendet wurde. Dadurch kannst du sehen, wo du die Effizienz verbessern kannst und deine zukünftigen Abschätzungen werden besser.

Der Rest ist einfach: Je nachdem ob nun freie Kapazitäten bei jemandem bestehen und die benötigten Skills gegeben sind, wird der Task zugewiesen.

Feedback und Qualität

Regelmäßiges Feedback ist wichtig.

Bei uns treffen sich Projektmanager und Team wöchentlich. Dabei wird immer ganz klar besprochen, welche Tasks erledigt wurden, was als nächstes ansteht, aber auch was total daneben ging und wo Verbesserungspotenzial steckt.

Aufwändig, aber das sichert Qualität und stimmt deine Nutzer zufrieden. Das äußert sich im besten Fall in der Conversion Rate, Registrierungen,Abschlüssen und vor allem weniger Bugs im Produktiv-Betrieb.

Fazit

Selbst ohne viel Geld und Programmierkenntnisse kannst du dir dein ganz eigenes IT-Projektmanagement aufbauen. Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen und effizienter Umgang mit deinen Ressourcen.

Tools wie Asana und Everhour (plus Git, GitHub, Cyfe, GitHub Wiki, die richtige IDE, …) helfen dir dabei, optimal im Team zusammenzuarbeiten und sich auf die wirklich wichtigen Sachen zu fokussieren. Dabei solltest du immer das Gespräch suchen, sei es mit deinen Kollegen, anderen Abteilungen oder deinen Kunden. Feedback ist wichtig, egal von wem es kommt und hilft dir, Prozesse zu verbessern und Qualität zu garantieren.

Viel Erfolg mit deinem Projekt!

Jannik

PS: Wie man hoffentlich herauslesen kann, waren die Prozesse bei Campusjäger nicht von Anfang an so strukturiert. Das Ganze hat sich über Monate entwickelt und wird wahrscheinlich auch nie final sein. Daher bin ich dankbar für jeden Verbesserungsvorschlag. Auch wer an konkreteren Infos interessiert ist, kann sich gerne bei mir melden.

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