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Social Media im Handwerk

Facebook, Twitter etc. – Mit neuem Werkzeug in die Zukunft!

Richtiges Marketing ist weit mehr als dumpfe Aufdringlichkeit zur Verkaufs-, Auftrags- und Gewinnmaximierung. Marketing ist heutzutage echte und dauerhafte, lockere und interaktive Verständigung mit Kunden.

Und diese Verständigung beinhaltet eben nicht mehr nur das reine „Verständigen“, das simple Kommunizieren von Anfragen, Angeboten und Leistungen, sondern impliziert in stärkerem Maß auch das „Verstehen“ und das „Verständnis“ an sich. Der Kunde soll das Unternehmen durchblicken können, soll begreifen können, wie der womöglich zu beauftragende Betrieb funktioniert, wie er arbeitet, wie nett und aufmerksam die Mitarbeiter sind, wie flexibel und vor allem auch: wie ehrlich und transparent die gesamte Auftragsabwicklung durchgeführt wird. Diesen letzten Aspekt kann der Kunde freilich nicht im Vorhinein sicher bestimmen – aber anhand des Unternehmensauftritts via Webseite, Facebook, Twittertexten etc. durchaus unterschwellig erspüren.

Das Kundengefühl lässt sich beeinflussen

Doch Obacht: Soziale Medien leben vom beständigen Informationsfluss. Das heißt auf der einen Seite, dass man mit vielen Fans (z. B. bei Facebook) viele Empfehlungen und folglich viele Klicks und eventuell Auftragsanfragen bekommt, bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass Fehlgriffe schnell publik werden und somit womöglich Neukunden abschrecken. Doch diese Gefahr kann man sich zunutze machen, wenn man ihre Stoßrichtung umkehrt. Ist ein Fehler passiert, der für Kundenunmut sorgte, kann man diesen einfach selbst publizieren, bevor es die wütenden Kunden tun. Wenn man dazu mitteilt, wie effektiv und kundenfreundlich man mit dem Ärgernis umgegangen ist und wie man solches zukünftig vermeidet, trifft man auf der einen Seite den positiv konnotierten Nerv des „aus Fehlern lernt man“, und zugleich wird den Lesern gezeigt, dass man ehrlich und offen agiert und gegebenenfalls gute Lösungsansätze für auftretende Probleme in petto hat – ergo ein qualifiziertes und patentes Auftreten an den Tag legt. Und genau damit schafft man nicht nur Vertrauen in das eigene Unternehmen, sondern sorgt auch für einen entspannteren und damit effizienteren Umgang mit seinen Kunden. Trotzdem sollten Fehlleistungen natürlich vermieden werden.

Die sozialen Medien bieten noch mehr!

Kundenbindung gilt seit jeher als A und O effektiven Marketings. Ein gebundener und treuer Kunde wirkt als eine stete Einnahmequelle und gleichzeitig hervorragender Empfehler. Schließlich kennt man es von bspw. Erkältungskrankheiten her: Man niest, und schon bekommt man von allen Seiten tolle Tipps, wie und mit welchen Mitteln man am besten gegen die Erkrankung vorgeht. Mit Handwerkern verhält es sich nicht anders. Ein Kunde sitzt beim Bier mit einem Bekannten zusammen. Der Bekannte beklagt seine häuslichen Missstände und Änderungswünsche. Der Kunde hat bereits Ähnliches durchlebt, hat dabei gute Erfahrungen mit einem Handwerksbetrieb gemacht, fühlt sich diesem verbunden – und empfiehlt ihn weiter.
Und genau dieses Gefühl des Gebundenseins lässt sich mit den Sozialen Medien verstärken. Regelmäßige, aktuelle Postings, hier und da ein Gewinnspiel, da und dort eine nette Stellenausschreibung, ein paar hübsche Bilder von der Arbeit und den Angestellten, der Betriebsfeier oder einer Ehrung aufgrund guter Leistungen oder sozialen Engagements und man bleibt dem Kunden im Gedächtnis.

Große Chance, kaum genutzt

Leider verhält es sich nach wie vor so, dass viele Handwerksbetriebe die unermesslichen Chancen, die das Social Media Marketing bietet, noch immer nicht in voll erkannt und sich zunutze gemacht haben. Sebastian Döberl von der Döberl Beratung aus Hamburg formuliert dafür folgende Gründe: „Zum einen haben viele, besonders die ältere Handwerkergeneration, noch kein richtiges Zweckempfinden für die virtuelle Werbewelt, zum anderen fehlt oft einfach die Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Distanz und Zeitaufwand sind die primären Trennscheiben zwischen Handwerksbetrieb und Sozialen Medien“ Zugleich hat er aber einen simplen Gedankenanstoß parat, wie der einzelne Handwerker seine persönliche Bereitschaft zur aktiven Auseinandersetzung mit den Sozialen Medien und ihren Möglichkeiten encouragieren kann: „Es gibt drei Möglichkeiten hinsichtlich der Sozialen Medien: sie zu ignorieren, sich selbst damit zu beschäftigen, oder outzusourcen. Doch beim Sich-Selbst-Damit-Beschäftigen lässt sich kostengünstig eine breite Werbung erschaffen.“

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