Social Media für Startups
Das sollten Gründer beim Thema Social Media beachten, um eine hohe Reichweite zu erreichen

Zur Social Media Week in Berlin im September habe ich einen Workshop zum Thema Social Media für Startups gegeben. Ich wollte dabei den Teilnehmern eine knappe Anleitung geben, wie sie ihre Social Media Aktivitäten beginnen können.

Die Ausgangssituation ist in Startups bekanntermaßen meist folgende: Keine Zeit und kein Geld.

Hier also der erste von drei Schritten, wie man trotzdem in den Netzwerken mitspielen kann.

Schritt 1: Was soll Social Media für dich tun?

Ich bin davon ausgegangen, dass das Produkt/ der Service bereits steht und dementsprechend auch das Branding und, wenigstens in Teilen, die Kommunikationsstrategie schon fertig sind.

Wenn dein Unternehmen noch nicht so weit ist, empfehle ich erst die Basics abzuarbeiten, bevor du wild Facebook Seiten und einen Twitter-Kanal aufsetzt. Wenn dieser Teil abgearbeitet ist, solltest du dir die Frage stellen: Warum überhaupt Social Media?

Social Media ist der direkte Draht zu deinen Kunden, deiner Community, deinen Fans und von daher ist es wichtig zu wissen wer und wo sie sind und was du in sozialen Netzwerken bei ihnen erreichen willst.

Zwei Beispiele:

Der Kleiderkreisel Blog

Kleiderkreisel betreibt sowohl ein Forum als auch einen Blog auf den eigenen Seiten, beides mit User Generated Content.

Ich gehe an diesem Beispiel kurz die W’s, die ich oben genannt habe durch:

  • Wer? Mädchen und Frauen, wahrscheinlich zwischen 14 und Ende 20
  • Wo? Auf Blogs und Foren unterwegs, um sich Infos zu ihren Themen zu holen
  • Was will Kleiderkreisel von denen? Natürlich, dass sie auf den Seiten von Kleiderkreisel möglichst viel Zeit verbringen (und ab und an auch noch die Werbung klicken)

Kleiderkreisel nutzt den Blog als großartiges Community Management Werkzeug. Die Nutzer liefern Inhalt, der sie interessiert. Das heißt, Kleiderkreisel spart Zeit beim Erstellen der Inhalte und bekommt stetig Informationen darüber, wie die Nutzer ticken und welche Themen gerade hoch im Kurs stehen.

Der Blog garantiert Traffic und die Zuneinung der Community, außerdem zeigt Kleiderkreisel seinen Mitgliedern Wertschätzung, indem man ihnen vertraut und die Möglichkeit gibt, eigene Inhalte zu erstellen. Der Blog sichert damit zu großen Teilen den Erfolg Kleiderkreisels.

Adidas Originals auf Instagram

An dieser Stelle muss ich mich als Fan outen. Was adidas mit Social Media macht ist ganz großes Tennis. Ein gutes Beispiel ist der Instagram Account von adidas originals, der gerade die 1 Mio. Fans Marke geknackt hat.

Mit einem Blick auf die Seite oder in die App versteht man sofort worum es bei dieser Marke geht und dank Instagram App haben die Fans die Marke immer in der Tasche und im besten Fall mehrmals am Tag mit ihr Kontakt.

Auch hier passen wieder die Zielstellung von adidas, die Marke als cool, Straße & hip zu positionieren und die Bindung der Fans zur Marke möglichst hoch zu halten, bestens zum gewählten Kanal.

Schritt 2: Wie wähle ich die richtigen Kanäle?

Für die Wahl der richtigen Kanäle sind, meiner Meinung nach, zwei Faktoren entscheidend: Einerseits die Eigenschaften des Kanals selbst und andererseits deine Kapazitäten.

Die User haben eine bestimmte Erwartungshaltung gegenüber sozialen Netzwerken und kennen die Codes, auch du solltest diese beherrschen, um gute Social Media Arbeit zu machen.

The Medium is the Message

Das ist Medienwissenschaft erstes Semester, erste Veranstaltung. Die Form des Mediums ist mit der Botschaft verknüpft. (siehe auch Marshall McLuhan Text für Streber) Auf Social Media übersetzt heißt das, dass du, um verstanden zu werden, das Netzwerk wählen solltest, welches zu deiner Botschaft passt.

Du hast ein wunderschönes Produkt von dem es viele tolle Bilder gibt, perfekt für Instagram, Pinterest und Co. Dein Service ist extrem komplex und nur für eine ganz eng geschnürte Zielgruppe? Perfektes Blogmaterial für Insiderwissen und Expertenbeiträge.

Der Zeitfaktor

Auch wenn du viele gute Antworten findest, warum dein Unternehmen einen Blog, eine Facebookseite, einen Soundcloud Account, einen Pinerest Account und eine Google+ Unternehmensseite braucht, ist der Zeitfaktor oftmals eine böse Falle.

Dazu kann man einfach einmal 14 Tage lang testen, wie viel Arbeitszeit tatsächlich in das Füllen dieser Kanäle fließt und danach eine Entscheidung treffen, welche Kanäle wirklich bearbeitet werden können.

Ein bisschen schummeln kann man allerdings: Meine persönliche Lieblingsapp um Social Media zu organisieren ist Buffer. Sie gestattet es nicht nur verschiedene Accounts zu verknüpfen und Posts voraus zu planen, sondern kommt auch noch mit Analystics daher, die für den Einstieg die wichtigsten KPI’s abbilden.

Teil 3: Social Media ernst nehmen

Guter Content fällt auch den kreativsten Köpfen nicht einfach so in den Schoß, sondern hat mit richtiger Social Media Arbeit zu tun. Wie das auch im Startup Leben so ist, eine gute Idee ist prima, aber es kommt auf die Ausführung an.

Meine Empfehlung ist, in einem regelmäßigen Meeting über Ideen und deren Umsetzung zu sprechen und alles in einem Redaktionsplan festzuhalten. In so einem Plan kann man sich erstens mit anderen Marketingsparten sehr gut abstimmen und noch viel wichtiger: Du musst nicht im Panikmodus schnell mal was auf Facebook posten.

Mit einer Woche Zeit im Rücken arbeitet es sich einfach entspannter und qualitativ auf dem richtigen Niveau. Überprüfe deine Posts auf die richtige Form, die richtige Ansprache und Bildsprache.

Keine Zeit für Soziales

Lege nur so viele Kanäle an, wie du auch tatsächlich bespielen kannst. Tipp um Zeit zu sparen: Nutze Tools wie Buffer oder die Planungsfunktion von Facebook selbst.

Buffer ist eines meiner absoluten Lieblingstools. Es hat die Basisfunktionen wenn es um Analytics geht und gestattet dir Posts für Facebook und Twitter in einen Zeitplan zu packen.

Einfach alles was du teilen willst hinter einander buffern, das pünktliche ausspielen übernimmt das Tool. Das hat erstens den Vorteil, dass du dir nur einmal am Tag oder in der Woche Zeit nehmen musst um deine Posts anzulegen.

Und außerdem erleichtert es die Arbeit, wenn man zu zweit oder als Team an Social Media arbeitet. Keine doppelten Updates oder eine merkwürdige Frequenz beim Posten.

#emergencystock

Das ist mein Tipp für Regentage: Lege dir eine Notiz, ein Google Doc oder was auch immer du gerne nutzt an, und notiere darin Notfallposts. Links die interessant sein könnten, coole Bilder, Sachen für deren Recherche du vielleicht gerade keine Zeit hast.

Darauf kannst du dann zurückgreifen, sollte tatsächlich mal Ideen-Ebbe herrschen, Posts aber dringend raus müssen.

Schritt eins bis drei zusammengefasst

    1. Warum überhaupt Social Media? Entwickle eine Strategie.
    2. Die richtigen Kanäle wählen. Du musst nicht überall dabei sein.
    3. Nimm Social Media ernst und plane voraus.
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